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Die taubstumme Maddie (Kate Siegel) lebt zurückgezogen in einer Waldhütte, wo sie als erfolgreiche Autorin in aller Ruhe an ihrem neuen Roman schreiben kann. Ihre Ruhe wird jedoch schon bald gestört, als ein maskierter Mann vor ihrem Haus steht und sie bedroht.

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Kritik

Mit seinem Spiegel-Horror "Oculus" feierte Regisseur Mike Flanagan bereits ansehnliche Erfolge, nun liefert er mit "Hush" (DT: "Still") in Form eines Home-Invasion-Thrillers nach. Nach seiner Erstaufführung auf dem SXSW-Festival erlangte sein Film sogleich das Interesse der Medien, Netflix kaufte sich auch direkt die Rechte für die exklusive Ausstrahlung ein. Im Grunde gibt es solche Filme bereits zu Hauf, was also macht "Hush" besonders?

Die Geschichte ist es nicht, so viel sei verraten. Auch in "Hush" wird, wie schon bei Genrekollegen, lediglich ein Setting vorgegeben, auf dem man sich schließlich austobt. Doch dem Film liegt eine nette Idee zu Grunde, die ihm eine interessante Seite verpasst: Die Protagonistin besitzt nämlich ein Handicap, sie ist taubstumm und somit in ihrem Kampf gegen den Killer klar im Nachteil. Also muss sie sich auf ihre anderen Sinne verlassen, ihre Umgebung aufmerksam beobachten und auch genau auf Vibrationen achten, die den Standort ihres Peinigers verraten könnten.

Und auch darüber hinaus ist "Hush" interessant, denn glücklicherweise weiß die Dame mit der Situation tapfer umzugehen und macht es dem Psychopathen nicht einfach - teilweise muss auch er auf der Hut sein, wenn sie knallhart zurückschlägt. Daraus ergibt sich ein gelungenes Katz- und Mausspiel mit gut durchdachtem Spannungsbogen, der über die angenehme Spielfilmdauer von rund 87 Minuten ordentlich zu unterhalten weiß. Da "Hush" zu Beginn sehr rasch den Killer ins Spiel bringt wird die Spielfilmzeit größtenteils auch sinnvoll für den Survival-Kampf genutzt, statt sich mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten, die den Zuschauer nicht interessieren.

Auf Jump-Scares wird übrigens größtenteils verzichtet, der Spannung tut das keinen Abbruch, sie wird aus anderer Quelle erzeugt, aus dem Gefühl der Hilflosigkeit, der Ahnungslosigkeit und des perfiden Spiels des Täters. Wenn es zwischen den beiden zur Sache kommt geschieht das im Übrigen auch mit einer ordentlichen Portion Härte. Zwar verkommt "Hush" nie zur Gewaltorgie oder sinnlosem Gesplatter, dennoch ist manch Szene recht böse ausgefallen.

Mit Kate Siegel ("Oculus"), der Ehefrau des Regisseurs, ist "Hush" zudem ganz gut besetzt, denn die Hauptdarstellerin kann auch mehr als mit ihrem hübschen Aussehen auffallen. Sie schafft es das taubstumme Opfer glaubhaft zu spielen und es gelingt ihr darüber hinaus, Sympathie vom Zuschauer zu ernten, so dass ihm ihr Schicksal eben nicht egal ist. Für einen Horrorfilm ein nicht zu unterschätzender Punkt.

Ihr Gegenpart, gespielt von John Gallagher Jr. ("10 Cloverfield Lane"), weiß als blutrünstiger Wahnsinniger, der mit seinen Opfern gern spielt, bevor er ihnen das Licht ausknipst, ebenso zu überzeugen. 

All den positiven Eigenschaften zum Trotz kann man "Hush" natürlich trotzdem nachsagen, nicht besonders innovativ zu sein und viel Altbekanntes zu servieren. Das mag durchaus richtig sein, doch seien wir mal ehrlich, welcher Horrorfilm ist heutzutage noch innovativ? Man darf froh sein, wenn immerhin die Ausführung gelungen ist und der Film es schafft, spannend zu unterhalten. Klingt leichter als es ist, der Großteil der Horrorfilme scheitert nämlich daran. Und in dem Punkt schlägt sich "Hush" tatsächlich recht gut, so dass er Genrefreunden durchaus zu empfehlen ist.

Fazit

"Hush" ist eine angenehme Genreüberraschung und definitiv einer der besseren Home-Invasion-Filme der letzten Jahre. Mit Ausnahme des interessanten Kniffs rund um das Handicap der Protagonistin folgt zwar auch "Hush" altbekannten Genre-Mustern, ist in seiner Ausführung aber stärker und überzeugender als manches Vorbild. 

Autor: Sebastian Stumbek

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