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Ein amerikanischer U-Boot-Kapitän tut sich mit Navy-Seals zusammen um den russischen Präsidenten, der von einem General entführt wurde, zu befreien.
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Kritik

Hunter Killer ist ein unheimlich langweiliger und uninspirierter Actionfilm, der weder ein Gefühl für das Entfalten einer Erzählung, noch ästhetische Qualitäten aufweist. Wirklich problematisch wird es jedoch dann, wenn der Film versucht politisch zu werden. Regisseur Donovan Marsh (Con Game - Kenne deine Feinde) ist dabei durchaus ambitioniert, einen neuen und politisch aktuellen Blick auf den Ost-West-Konflikt zu werfen, bei dem sich bekanntlich darüber streiten lässt, inwiefern dieser jemals ein wirkliches Ende gefunden hat. Er arbeitet nicht mit dem typischen Gut-Böse-Schema, in dem Russland die Welt bedroht und die USA zur Hilfe eilt, um die Bösen in ihre Schranken zu verweisen. Zumindest möchte er diesen Anschein erwecken, die Wahrheit sieht dann doch ein wenig anders aus. 

Ein US-amerikanisches U-Boot mit nuklearer Fracht  verfolgt ein russisches U-Boot, das zu sinken beginnt. Das amerikanische U-Boot versucht zur Hilfe zur eilen, doch dann bricht der Kontakt zur Oberfläche ab. In Folge dessen scheint ein die gesamte Weltbevölkerung bedrohender Konflikt zwischen den USA und Russland auszubrechen: Der dritte Weltkrieg scheint vor der Tür zu stehen. Washington entsendet den Captain Joe Glass (Gerard ButlerCriminal Squad) mit einem Trupp an Navy-SEALs, der für Aufklärung sorgen soll. Dabei ist Joe Glass die klare Heldenfigur des Filmes, dem nur das Retten von Menschenleben vor Augen zu schweben scheint, und sich für dieses Unterfangen - idealistisch wie er ist - gegen jegliche Rationalität und Befehle von Oben stellt. 

Interessant sind an dieser Ausgangslage vor allem zwei Dinge: Zum einen soll das US-amerikanische Schiff das russische retten, wodurch sich die USA - wenn auch scheinbar ohne Konflikt - verkörpert durch Glass in einer Heldenposition befindet. Doch auch der Konflikt lässt nicht lange auf sich warten. In Russland scheint es eine Verschwörung zu geben, die den Unfall bewusst herausgefordert hat. Demnach beschützen die USA  Russland  vor Russland selbst. Was politisch differenziert erscheint, ist in Wahrheit die sich stetig wiederholende Heldengeschichte der USA, die hier nur eines anderen Gewandtes bedient. Auch die russische Heldenfigur, die im Rahmen der Mission eingeführt wird, scheint immer eine Stufe unter Glass zu stehen und auch das Eingeständnis, dass der Captain zum Ende hin macht, indem er betont, dass der russische Heroe ebenso ehrenwert sei, scheint lediglich die Großzügigkeit der eigenen Figur in Form einer Höflichkeitsfloskel zu betonen. 

Ärgerlich ist daran vor allem, wie subtil dieses Bild vermittelt wird. In einigen Kritiken durfte man bereits lesen, dass es sich um einen politisch differenzierten Film handele, der eben nicht daran interessiert sei, einen Konflikt zuzuspitzen, sondern ihn zu lösen. Wäre der Film offensichtlich pathetisch und patriotisch, so wäre er leicht angreifbar. Ein Film, der undifferenziert zu dem Schluss kommt, dass die USA die einzig wahren Helden wären, würde in der allgemeinen Rezeption zurückgewiesen werden. Ein Film wie Hunter Killer, der auch Russland einige Eingeständnisse zu machen scheint, in dem aber letztlich alle wertvollen Entscheidungen von den USA ausgehen, wirkt differenziert und kommt dennoch zu dem Schluss, dass die USA eine Heldenrolle einnehmen. Wir können uns dagegen schwerlich wehren und scheinen die bittere Pille schlucken zu müssen. 

Nun könnte man dem entgegensetzen, dass der Film dennoch eine Verbesserung zu offen pathetischen Filmen darstelle. Schließlich vermittelt er zumindest ein Gefühl für Zwischentöne und arbeitet nicht mit einem offensichtlichen Schwarz-Weiß-Schema. Problematisch ist das vor allem für den Zuschauer, weil sich der Film ab der Hälfte sehr politisch gibt, ein Versprechen, das er nicht recht einlösen kann. Eingetauscht werden dafür sämtliche Unterhaltungswerte und ästhetische Ideen, wodurch der Film auf ganzer Linie scheitert und nicht nur inhaltlich wenig Mehrwert bereitet, sondern auch formell wenig zu überzeugen weiß. 

Fazit

"Hunter Killer" ist ein langweiliger Film, der sich sehr politisch gibt, es jedoch nie wirklich wird. Stattdessen begegnen wir jeder Menge pathetischer Ansprachen und einem ästhetisch wenig ansprechenden Gesamtwerk. 

Autor: Maximilian Knade

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