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Kalifornien, 2028. Die Straßen brennen, die Menschen bekriegen einander in einem Bürgerkrieg. Die Kriminellen haben lediglich das Hotel Artemis, um Unterschlupf zu finden. Ein Hochhaus, in dem eine Krankenschwester alle Wunden der Club-Mitglieder verarztet, ohne Fragen zu stellen. Erst als eine Patientin einen anderen Gast töten will, kommt Chaos in den Mikrokosmos.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Jeden Film schaut man anders. Manche Filme sind nur das, was sie sind. Manche Filme sind mehr, als sie sind. Und manche Filme werden mehr in Bezug zu ihrem unmittelbaren Umfeld besprochen - zum Beispiel Louis CKs I Love You, Daddy, der gerade veröffentlicht werden sollte, bis der amerikanische Comedian im Zuge von #Metoo aus der Unterhaltungsbranche geächtet wurde. Nun scheint es unmöglich zu sein, diesen Film getrennt von seinem Kontext zu betrachten. Doch wenigstens wird dabei der Inhalt des Films auf den externen Kontext bezogen. Dann gibt es nämlich noch Filme, die hauptsächlich in Bezug auf ihren Kontext besprochen werden - der Inhalt fällt dabei flach. Hotel Artemis fällt in diese Gruppe.

Es ist ein Regiedebüt von Drew Pearce (Drehbuchautor bei Iron Man 3), nach einem Originaldrehbuch, ohne zwingende Aussicht auf ein Franchise. Einfach nur ein simpler, kleiner, unterhaltsamer Film. Also etwas, was langsam aber sicher aus den Kinos vertrieben wurde. Etwas, was beinahe der Vergangenheit anzugehören scheint. Einfach nur ein Film, mit 15 Millionen Dollar als Budget im Rücken und einem überraschend namhaften Cast. Nun scheint es, dass viele Kritiker gerade diese Tatsache als Verkaufsargument anbringen wollen. So ein eigenständiger Film, ohne Franchise oder „Universum“, der gehört ja fast ins Museum. Das hat ja fast schon nostalgischen Wert. Ein relativ schwachbrüstiges Argument, einen Film zu sehen - leider(?) trifft es zu.

Der Film spielt zehn Jahre in der Zukunft in Kalifornien. Soziale Unruhen erschüttern den Bundesstaat. Aufstände, Plünderungen und Straßenschlachten prägen den Alltag - nur nicht im Hotel Artemis. Dort verarztet eine tapsige Jodie Foster (Das Schweigen der Lämmer) mithilfe von Dave Bautista (Guardians of the Galaxy) alle Kriminellen der Stadt - zumindest bis eine verletzte Polizistin anklopft, die sie zu kennen scheint. Das Hotel hat einen strikten Kodex gegen Gewalt und Rivalitäten in den vier Wänden - zumindest bis Sofia Boutella (Atomic Blonde) den Auftrag hat, einen zukünftigen Gast des Hotels über den Jordan zu schieben. Amerika ist ein Land geworden, dass lediglich aus Voyeuren und Opfern besteht. Aus den Menschen, die es sich leisten können, den anderen beim Kämpfen zuzuschauen. Eine Elite, die nur aus Killern und Menschenfeinden besteht.

Diese kleine Geschichte in diesem begrenzten Umfeld wird vom Regisseur Pearce dabei sehr zielstrebig und fettfrei inszeniert. Das ist gleichzeitig Segen und Fluch des Werkes. Zeit für jeglichen Tiefgang bleibt Pearce nämlich in seinen knapp 90 Minuten nicht. Was nicht bedeutet, dass er es nicht versuchen würde. Einige Flashbacks über eine verstorbene Liebe oder ausgesprochene „Insider“ zwischen den Charakteren, die sich von früher zu kennen scheinen reichen aber nicht, um den Eindruck eines runden Ganzen entstehen zu lassen. Zumal das, was immerhin erzählt wird, teilweise so seltsam gewichtet wird, dass der größte Konflikt innerhalb von wenigen Sekunden abgefrühstückt wird. Argumente, dass dieses Storytelling subversiv sei, kann man dabei nicht gelten lassen. Nein, Drew Pearce wollte einfach einen schnellen, stylischen Mashup seiner wohl liebsten Filme (augenscheinlich Barton Fink, Reservoir Dogs, John Wick und Jeff Goldblum) inszenieren. Das ist ihm ganz objektiv gelungen.

Fazit

„Hotel Artemis“ ist ein reiner ‚Zwar-aber‘-Film. Zwar sieht der Film für sein niedriges Budget stets sehr gut aus. Mit jeglichem Inhalt oder Tiefgang überzeugt der Film aber nie. Zwar ist die Schauspielerriege durch die Bank weg überraschend hochkarätig. Diese Darsteller haben aber nie die Möglichkeit, sonderlich Eindruck zu schinden. Zwar hat dieser Film einige niedliche und teils angenehm humorvolle Momente. Über die thematische Ideenlosigkeit täuscht das aber nie hinweg. Und ein letztes Zwar ohne Aber: „Hotel Artemis“ ist auch ein völlig unprätentiöser und bescheidener Beitrag, der nie mehr zu sein vorgibt, als er ist. Das rettet ihm die Ehre und lässt ihn nie unter Durchschnitt rutschen. So bleibt ein hübsch anzusehender Film, der nichts zu erzählen hat, es auch nur bedingt versucht und sich mit seiner Kürze und einigen sympathischen Momenten nur als Snack für Zwischendurch versteht. Das sei ihm gegönnt.

Autor: Levin Günther

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