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In Anbetracht eines Dilemmas beschließt die Crew der Aratrum, zur Erde zurückzukehren, wo Haruo und seine Schiffskameraden eine überraschende Entdeckung machen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Godzilla – der König aller Monster – galt als je her als Sinnbild für ausufernde Zerstörung, das Ende der Welt, und die Schwäche der Menschheit bzw. dessen Angst vor riesigen Monstern sowie dem Unbekannten. Doch hinter dem Toho-Gummianzug aus dem Jahre 1954 stand und steht natürlich noch viel mehr: Immerhin wurde Gojira zum Inbegriff von Umweltzerstörung, radioaktiver Verstrahlung, der Angst vor dem Atomkrieg und für die Japaner eine Parabel auf Krieg und Vernichtung. Kein Wunder also, dass Godzilla bis heute im Genre bestand hat und sich sogar Hollywood 2014 dem Stoff erneut in Form eines neuen Blockbusters annahm, der 2019 mit Godzilla: King of Monsters (im Kampf gegen King Kong) fortgeführt wird. Toho indes präsentierte uns mit Shin Godzilla 2016 ein Gleichnis über Kriegsangst und Politikversagen, was mit Betrachtung auf die aktuelle politische Lage zwischen Japan und Nordkorea gekonnt als Kritik der eigenen Gesellschaft und Politik betrachtet werden kann und zudem auch inszenatorisch unglaublich spannend daherkam. Kurzum: Godzilla ist weiterhin wichtig um Botschaften zu transportieren und innigste Urängste zu offenbaren. Mit Godzilla: Monster Planet gibt es nun Nachschlag in Form eines dreiteiligen Sci-Fi-Abenteuers auf Netflix. Doch kann das neue Toho-Experiment überzeugen?

Zumindest der Beginn von Godzilla: Monster Planet lässt wenig Platz für Zweifel: Wie eine unheilige Prophezeiung ist hier Godzilla das Ende allen Lebens und der Menschheit an sich. Pessimistisch gibt es einen Rückblick zu sehen, wie die größten Monster der Menschheitsgeschichte nach und nach jeden Fleck der Erde eroberten und ohne Gnade mit Feuer und Tod wüteten. Die Antwort der Menschheit: Flucht. Danach gerät der Film allerdings etwas ins straucheln. Zwar wird an vielen Stellen – wenn auch recht oberflächlich – auf die Arroganz der Menschheit als angehende Götter gespottet, doch der Rest ist eher eine recht bekannte Überlebensgeschichte. So entscheiden sich die letzten Überblenden, nach einer 20jährigen sehr leidvollen und zerrenden Odyssey, auf die Erde zurückzukehren, um den Krieg erneut zu beginnen. Inszenatorisch sowie erzählerisch ist dies durchaus gewagt und spannend, doch recht schnell stellt sich der Zuschauer die Frage, warum nun gerade jetzt die Ausgangsvoraussetzungen eine andere sein soll. Zudem gibt es spärlich Informationen über Charaktere und den Zustand der Gesellschaft. Die neuen Verbündeten der Menschheit mit ihrer eigenen Religion bleiben ebenso im Hintergrund und emotionslos (und verkommen zum Erzähler wie Stichwortgeber) wie die eigentlichen Helden, die den Planeten zurückerobern wollen. Doch wo der Rahmen zuweilen versagt, können zumindest die Regisseure Hiroyuki Seshita und Kôbun Shizuno den Rest in einem spektakulären Feuerwerk einfangen.

Und so zeigt sich Godzilla: Monster Planet vor allem dann am stärksten, wenn nicht nur Godzilla seinen Auftritt bekommt (der durchaus gering ausfällt), sondern auch Kampf und Gloria im Vordergrund stehen. Dies ist reichlich pathetisch und überzogen, liefert aber aufgrund des futuristischen Settings und der gut getimten Inszenierung ordentlich Unterhaltung. Gerade wenn es am Ende um Sekunden geht und nach und nach den Menschen jegliche Optionen ausgehen, schaut der Zuschauer gespannt auf die Szenerie. Und dennoch: Die Frage bleibt, warum nun ausgerechnet jetzt die Abrechnung möglich ist und warum nicht schon früher die Technologie zum Erfolg geführt hat. Allerdings kann dann Godzilla: Monster Planet am Ende sogar noch mit einer Überraschung punkten. Zwar wird hier schon sichtlich auf die nächsten beiden Teile gezielt, doch das Interesse bleibt bestehen. Und zu erzählen gibt es noch genug: Sei es bei den Menschen, der Beziehung zu den außerirdischen Exif oder eben den neuen Planeten Erde mit all seinen Geheimnissen und unheimlichen Kräften. Allerdings zeigt sich so auch, dass erzählerisch der Film doch an vielen Stellen versagt und zu wenig aus seinem Setting nutzt. Schade. Der Animationsstil selbst ist unterdessen wohl eher Geschmackssache. Der Mix aus düsteren Motiven mit neonfarbenen Technologieeinschüben weiß zu gefallen, aber Charaktere, Godzilla und Kämpfe bleiben dagegen auch recht steif.  

Fazit

"Godzilla: Monster Planet" offenbart uns den größten jemals gezeigten Godzilla, jedoch auch eine Geschichte mit vielen Mängeln: Während Action, Inszenierung und das gezeigte Setting zu gefallen wissen, bleibt der Rest leider viel zu stark im Hintergrund. Emotionslos, kühl und gradlinig gibt es einen Überlebenskampf zu sehen, der deutlich mehr Gefühle gebraucht hätte. Was bleibt ist ein solider Einstieg in eine kommende Trilogie, die noch zwischen Standard und Mutig hin und herwechselt. Bleibt zu hoffen, dass Gojira: Kessen Kidō Zōshoku Toshi bei der Tiefe noch einmal ordentlich draufpackt.

Autor: Thomas Repenning

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