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Er gehört zu den größten Helden des 20. Jahrhunderts: Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond. AUFBRUCH ZUM MOND erzählt aus Armstrongs Leben und von den enormen Konflikten und Entbehrungen, mit denen der Pilot vor und während seiner legendären Mission konfrontiert war. Gleichzeitig schildert der Film auf ergreifende Weise die hochdramatischen Ereignisse des amerikanischen Raumfahrtprogramms zwischen 1961 und 1969.

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Kritik

Kubrick, Cuarón, Nolan, Scott. Die Erforschung des Weltraums scheint unter Filmemachern eine ebenso große Faszination auszulösen, wie bei den Zuschauern, die sich schließlich mit großen Augen an der galaktischen Odyssee auf der großen Leinwand ergötzen. Nun wagt sich auch Damien Chazelle (Guy and Madeline on a Park Bench) zum ersten Mal als Regisseur an einen Film, der ausnahmsweise mal keine Gesangs- und Tanzeinlagen beinhaltet. Stattdessen entschied er sich in seinem Biopic Aufbruch zum Mond die Geschichte eines ganz besonderen Mannes zu erzählen. Nämlich die vom ersten Mann auf dem Mond: Neil Armstrong. Chazelle schickt dabei erneut Ryan Gosling (Drive) - als (im Original) titelgebenden Helden - zu den Sternen, nur diesmal ohne kitschigen Anstrich und auch nicht mit Emma Stone (Maniac) im Arm. 

Auch wenn die enorme Laufzeit von 141 Minuten womöglich den Anschein erweckt, so erzählt Aufbruch zum Mond nicht die gesamte Lebensgesichte des weltberühmten Raumfahrers. Chazelle und sein Drehbuchautor Josh Singer (Die Verlegerin) konzentrieren sich bewusst nur auf die Phasen in Armstrongs Leben, die für die Apollo 11-Mission von großer Bedeutung waren. Das heißt von vergeigten Testflügen Anfang der 1960er Jahre, über das Auswahlverfahren des sogenannten Gemini-Programms bis hin zur ikonischen Mondlandung. Der berufliche Werdegang wird dabei mit Ausschnitten aus Armstrongs Privatleben gespickt, die ebenfalls die eine oder andere essentielle Entscheidung im Hinblick auf die Raumfahrt beeinflusst haben. 

Dabei wird das Publikum sowohl in den Weiten des Weltraums, als auch in dem trauten Heim der Armstrongs sehr dicht an das Geschehen geführt. Durch den auffallend übermäßigen Einsatz von Nahaufnahmen schafft Chazelle eine Nähe, die den Zuschauer an jenen Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen soll, die den zerrütteten Raumfahrer in jenen Momenten beschäftigen. Selbst, wenn die NASA-Crew in ihrem Shuttle durchs All treibt, fängt die Kamera nur selten das gesamte eiserne Gefährt ein, sondern bleibt an den schweißgetränkten Gesichtern der Mannschaft kleben. Und wenn dann doch einmal eine der Flugmaschinen in ihrer vollen Pracht erstrahlt, dann darf ein wenig Klassik als passende musikalische Untermalung natürlich auch nicht fehlen. Herr Kubrick lässt grüßen. 

Dieser Meilenstein der Menschheitsgeschichte wurde dabei nicht ohne Opfer erreicht. Besessen von seinen Motivationen und unter dem Druck des Wettrüstens zwischen der USA und der Sowjetunion wurde Armstrong zu einem Fanatiker ersten Grades, worunter besonders seine Familie zu leiden hatte. Als hätte dieser Mann in seinem Leben nichts anderes gehabt, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Ein ständiges Wechselspiel zwischen Bewunderung und Abneigung. Als Zuschauer distanziert man sich immer wieder von Armstrong, wird aber von der beinahe klaustrophobischen Nähe der Kamera wieder an ihn gebunden. Man fühlt sich beinahe wie jemand aus Armstrongs Freundes- und Familienkreis. Dabei waren es einst jedoch familiäre Beweggründe, die ihn erst auf diesen Pfad des Heldentums gebracht haben.

Inszeniert wird das historische Spektakel dabei auf eine sehr subtile und ruhige Art. Chazelle und seine Crew fangen die einzelnen Erfolge und Misserfolge aus der US-amerikanischen Geschichte der Raumfahrt in prächtigen Bildern ein, überladen diese nicht mit unnötigen Blockbuster-Effekten und wissen bei jeder Szene, wann es an der Zeit ist, den Schnitt zu setzen. An eine in Pathos getränkte Darstellung, der sich beispielsweise ein Mel Gibson (Mad Max) gerne mal bedient, wurde hier genauso verzichtet, wie auf ausschweifende technische oder wissenschaftliche Erklärungen, die den Zuschauer sowieso nur überfordern oder gar langweilen. Die vorzeitigen Beschuldigungen, dass der Film antiamerikanisch sei, sind in diesem Rahmen aber völlig hanebüchen. Schließlich haben Chazelle und Gosling schon im Vorfeld das schlagfertige Argument angeführt, dass es sich bei diesem Ereignis um einen kleinen Schritt für den Menschen, aber einen großen Schritt für die Menschheit und nicht nur für die USA handle. 

Fazit

Mit authentischen Bildern, in einem angenehm getrimmten Pacing und ohne sich in patriotischem Pathos zu suhlen erzählt „Aufbruch zum Mond“ die Geschichte einer der größten Helden des 20. Jahrhunderts. Wer sich auch nur im Geringsten für das Thema Raumfahrt interessieren kann, der wird mit „Aufbruch zum Mond“ seinen Spaß haben.

Autor: Oliver Koch

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