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Nach ihrer Hochzeit schweben Ana und Christian zwar im siebten Himmel, doch schon bald legt sich ein bedrohlicher Schatten über das Glück der Frischvermählten: Christian wird von seiner mysteriösen Vergangenheit eingeholt und ein gefährlicher Bekannter bedroht die Ehe und Familie der beiden - verstrickt in kriminelle Intrigen und im Sog dunkler Leidenschaft muss die erstarkte Ana erneut um ihre Liebe kämpfen.
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Kritik

Finally Free. Mit Fifty Shades Freed (dt. Titel: Fifty Shades of Grey – Befreite Lust) kommt nun endlich die letzte der furchtbaren „Buch“-verfilmungen in die Kinos. Ein Grund dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass der letzte Film nicht – wie bei jeder zweiten Jugendbuchverfilmung – in zwei Teile gesplittet wurde und dankbar dafür, dass wir wohl nie wieder die Namen Christian Grey und Anastasia Steele(/Grey) in den Kinosälen unserer wunderschönen Welt vernehmen müssen. Doch wer dachte, dass Teil 1 und 2 an Cringiness kaum zu überbieten seien, der zieht sich besser warm an.

Nachdem Anastasia Steele (Dakota Johnson, How to Be Single) und Christian Grey (Jamie Dornan, Jadotville) den drei Antagonisten des ersten Teils mehr oder weniger trotzen konnten, können sie nun endlich heiraten. Präsentiert wird uns das in einer vor Kitsch triefenden Montage, die auch gleich noch die Flitterwochen umfasst. Diese werden jedoch jäh unterbrochen, als Christian von einem professionell geplanten Anschlag auf eines seiner Gebäude erfährt. Wer könnte dafür verantwortlich sein? Doch nicht etwa Anastasias ehemaliger Boss und Stalker Jack Hyde (Eric Johnson, The Knick), der am Ende des zweiten Teils wie in einem schlechten Film – Moment mal, das war ja ein schlechter Film – von weiter Ferne mit bösem Blick auf das glückliche Paar starrte?

Auch wenn das jetzt wenige überraschend erscheint, hält der Film dennoch einige Überraschungen parat. So finden etwa Zwei der Antagonisten des letzten Teils – Kim Basinger (L.A. Confidential, 8 Mile) als Elena Lincoln, Christians frühere Dom und Bella Heathcote (The Neon Demon, Dark Shadows) als Leila Williams, Christians frühere Sub – hier kaum noch erwähnung. Im Fall von Kim Basinger ist es vielleicht der Tatsache geschuldet, dass sie – um den Abscheulichkeiten die sie miterleben musste zu entkommen - „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ geschrien hat. Bei Bella Heathcote wussten die Autorin und ihr Mann – wie bei vielen Handlungssträngen dieses Films – wohl einfach nicht mehr, was sie mit ihr anfangen sollten.

Ach hatte ich das noch nicht erwähnt? Der Mann von E.L. James, Niall Leonard, zeigt sich einmal mehr für das Drehbuch verantwortlich. Wie schon beim letzten Teil sorgt das dafür, dass noch mehr der ekelhaft kitschigen und unglaublich unnatürlichen Dialoge des Buches übernommen werden. Auffällig ist auch, dass beide den Sex noch weiter in den Hintergrund gestellt haben, um Platz für ein Nicholas Sparkseskes Melodrama zu schaffen – wobei selbst Nicholas Sparks (Safe Haven, The Lucky One) sich bei solchen Dialogen schütteln würde. Dennoch dürfen sich Fans des Franchises freuen. Zwar gibt es weniger Sex, doch [ACHTUNG SPOILER] zieht Christian Grey dabei erstmals seine Hose aus. Natürlich sieht man nichts, denn wir wollen den Film ja nicht zu aufregend machen, dennoch ist es für Fans eine Offenbarung, dass Christian beim Sex endlich mal die Hose auszieht.

Apropos Sex ohne Hose. Ähnlich wie der Sex, kommt auch der (unfreiwillige) Humor in diesem Film etwas zu kurz. Wurden im zweiten Teil noch einige gute Lacher über den Film verstreut, sind diese im dritten Teil nur noch rar gesät. In der Pressevorstellung wurden die meisten Lacher durch sympathische Kollegen ausgelöst, die die Geschehnisse auf der Leinwand kommentierten. Wenn Christian Grey beispielsweise in der Nacht zum Kühlschrank geht und überrascht feststellen muss, dass Anastasia auf dem Tisch hinter ihm ein Eis verzehrt und er dies mit dem Spruch „Ach hier bist du, ich hab dich gesucht“ kommentiert, sorgt der Zwischenruf „im Kühlschrank oder was?“ für lautes Gelächter im Kinosaal. Ebenso – und hier wird sehr gut der Zynismus deutlich, mit dem man sich diesen Filmen annähern muss – der Spruch „Schön wärs“ von einem der Kollegen, nachdem Christian Grey seiner geliebten von einem Traum erzählt, in dem sie gestorben sei. Wenn ihr also mit schlagfertigen und schwarzhumorigen Freunden ins Kino geht, könnt ihr durchaus etwas Spaß haben. Andernfalls bietet der Film leider kaum Lacher.

Dem können leider auch Comedy Talente wie Jamie Dornan und Dakota Johnson keine Abhilfe verschaffen. Auch im dritten Teil will keinerlei Chemie zwischen den beiden aufkommen. Im Gegenteil, die beiden wirken zuweilen fast schon gelangweilt und angewidert voneinander. Ein glückliches Paar sieht anders aus. Getoppt wird ihre seelenlose Performance nur von Eric Johnson, der als Bösewicht Jack Hyde zu einer Karrikatur seiner selbst verkommt.

Das Regisseur James Foley (Hannibal, House of Cards) nicht mehr aus ihnen rausgeholt hat, ist zum einen dem fehlenden Talent seitens der Schauspieler, zum anderen auch dem furchtbaren Drehbuch geschuldet. Das James Foley ein fähiger Regisseur ist hat er schon mit einigen Folgen der großartigen Serien Hannibal und House of Cards bewiesen. Doch selbst er kann keine Wunder vollbringen. Fifty Shades of Grey scheint für ihn eine unangenehme Auftragsarbeit zu sein und genau das kommt in der Inszenierung des Films auch rüber. Er filmt das ab, was er abfilmen soll. Nicht mehr und nicht weniger. Dadurch passt er die Optik des Films der inhaltlichen Leere an.

Diese Leere wird nur noch von der Musik des Films getoppt. Wenn nicht gerade belanglose Popsongs von Sia, Ellie Goulding, Rita Ora, Hailee Steinfeld, Dua Lipa oder Miike Snow das Geschehen auf der Leinwand besingen, kommt Danny Elfmans (Justice League, Batman) bis dato uninspirierteste Arbeit zum Tragen. Dass er sich dafür verantwortlich zeigt, merkt man aber auch erst, wenn sein Name im Abspann auftaucht. Dankbar kann man ihm für den Versuch sein, die schrecklichen Dialoge mit seiner – scheinbar unter Alkoholeinfluss entstandenen – Musik zu übertönen. Gelingen kann ihm das aber leider nur in den seltensten Fällen.

Will man dem Film etwas positives abgewinnen, so könnte man Kameramann John Schwarzmann (Jurassic World, Saving Mr. Banks) und Editor Richard Francis-Bruce (Oblivion, The Green Mile) dafür loben, dass sie ihrer Arbeit nachgegangen sind. Die Kamera fängt das Geschehen gut ein und der Film ist – soweit es das Material eben erlaubt – ordentlich geschnitten. Aber muss man einen Film dafür loben? Dennoch wollen wir versuchen, im Positiven mit diesem Franchise auseinanderzugehen. Vielen Dank Fifty Shades of Grey, dass du nun endlich abgeschlossen bist. Vielen Dank dafür, dass du uns endlich befreit hast. We are finally freed.

Fazit

E.L. James ist eine Meisterin darin, mit Scheiße Geld zu verdienen. Nicht nur haben sich ihre Bücher millionenfach verkauft, auch haben die beiden ersten Filme des Franchises eine erschreckend hohe Summe eingespielt. Beim letzten Teil wird das wohl nicht anders sein. "Fifty Shades Freed" ist genau der Abschluss, den Fans des Franchises verdient haben. Ein langweiliger und belangloser Film, der den prüden Sex durch Nicholas Sparkseskes Melodrama austauscht und damit weder schlechter, noch besser ist als die ersten beiden Teile.

Autor: Tobias Bangemann

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