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Ein Familienvater hat einen wiederkehrenden Traum, in dem er seine Familie sterben sieht. Als die Erde dann tatsächlich von Außerirdischen angegriffen wird, tut er alles, um seine Familie zu retten, und entdeckt dabei ungeahnte Kräfte in sich...

  • W780
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Kritik

Seit einer gefühlten Ewigkeit schon hat Peter (Michael Pena, Ant-Man and The Wasp) keine Nacht mehr durchschlafen können: Alpträume, in denen er und seine Familie Opfer einer außerirdischen Invasion werden, rauben ihm nicht nur den Schlaf, sondern langsam auch den Verstand. Seine beiden Töchter haben sich bereits ein Stück weit von ihm entfremdet, während seine Frau Alice (Lizzy Caplan, Die Unfassbaren 2) ihm dringend anrät, einen Arzt aufzusuchen, ansonsten sieht sich in der Beziehung keine Zukunft mehr. In den ersten 20 Minuten hält Extinction diesen innerfamiliären Krisenherd aufrecht, in dem er dem Zuschauer in Aussicht stellt, dass es sich bei Peter um eine durchaus psychotische Persönlichkeit handelt, die auf ähnlich pathologischen Pfaden wandelt wie ein Michael Shannon (Fahrenheit 451) in Jeff Nichols' Take Shelter – Ein Sturm zieht auf.

Extinction, den Universal eigentlich ins Kino bringen wollte, sich letztlich aber dazu entschied, die weltweiten Rechte an den Streamingdienst Netflix abzutreten, aber möchte kein psychologisches Charakterdrama sein, auch wenn Regisseur Ben Young (Hounds of Love) durchaus darum bemüht ist, den Figuren ein emotionales Grundgewicht einzuverleiben, welches das nach 20 Minuten eintreffende Krieg der Welten-Szenario eine dramatische Fallhöhe garantieren soll. Stattdessen ist der durchaus Genre-vernarrte Young ganz seinen Science-Fiction-Tropen verschrieben und zitiert sich mal mehr, mal weniger stimmungsvoll durch einige Meilensteine des Sujets (nicht nur der erwähnte Krieg der Welten ist überdeutlich, auch der Bezug zu Total Recall – Die totale Erinnerung scheint immer wieder gegenwärtig). Wenn sich die (augenscheinlich) extraterrestrischen Maschinen erheben und einen den Tripods nachempfundenen Kampfschrei ausstoßen, dann entstehen durchaus wirkungsmächtige Momente.

Der in Serbien gedrehte Extinction allerdings wirkt die meiste Zeit seiner Handlung wie ein zwar nicht billig produziertes, aber in seiner inhaltlichen Ausrichtung reichlich zerstreutes Sci-Fi-Amalgam, welche vor allem im letzten Drittel viel zu krampfhaft auf die große Wendung hin-, aber nicht darüber hinaus arbeitet. Der Grundgedanke, den Ben Young hier forciert, der hier zwar nicht verraten werden soll, aber quasi die komplette Umkehrung des Invasionskinos inne trägt, erschließt weitere thematische Diskurse, die den Hochmut des Menschen sowie den gnadenlosen Rückschlag dieser Vermessenheit umkreist. Würde es sich bei Extinction um eine wirklich hochkarätige, wirklich durchdachte Produktion handeln, dann hätte hier allein durch den Umstand eine Referenz des Genres erschaffen werden können, weil der Film im Kern zwar mit den Verfehlungen der Menschen aufräumt, die Emotionen dieser aber nicht vollständig auslöschen möchte.

Und das schaufelt den Blick auf eine interessante Diskrepanz frei, denn: Die Menschheit könnte in Zukunft weiterbestehen – auch ohne Menschheit. Bis an diesen Punkt gelangt das Narrativ von Extinction allerdings nicht, weil sich Ben Young dann eben doch zu sehr mit Schusswechseln in den reduzierten Handlungsräumen beschäftigt und sich, gerade im finalen Akt, etwas zu sehr dafür feiert, einen waschechten Twist aufgeboten zu haben, anstatt diesen auch sinnstiftend zu grundieren. Wenn sich Extinction dann auch noch um innere Kraftquellen dreht und den exklusiven Wert von Erinnerungen anspricht, dann offenbaren sich zudem einige unschöne Verbindungen zur Scientology-Religion, zu deren treuen Anhängern auch Hauptdarsteller Michael Pena gehört, der einmal sagte, dass ihn die Sektenzugehörigkeit als Schauspieler nur besser machen würde. Eine Bestätigung dieser Aussage liefert Pena mit Extinction indes keinesfalls.

Fazit

Besser als "How It Ends", aber Lichtjahre von "Auslöschung" entfernt: Das Science-Fiction-Genre und Netflix bilden weiterhin eine kritische Beziehung. Unambitioniert ist Ben Youngs "Extinction" zwar nicht, aber in der Umsetzung seiner grundsätzlich ansprechenden Topoi zu handzahm und gleichermaßen fahrlässig. Schade, denn Potenzial war da und ist auch partiell erkennbar.

Autor: Pascal Reis

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