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Jimmy Dove ist bei der Bombeneinheit der Polizei in Boston der Mann fürs Grobe. Als er eines Tages seinen Job an den Nagel hängt und Ausbilder wird, kommt sein Nachfolger wenige Tage später beim Entschärfen einer Bombe ums Leben. Der Verdacht kommt auf, dass der Anschlag Jimmy gegolten hat, und als er auf eigene Faust ermittelt, wird er schon bald von seiner Vergangenheit eingeholt.

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Kritik

„Ich kein Mensch der zerstört, ich bin ein Schöpfer.“

Wie soll man einen auf Rache sinnenden Terroristen stoppen, der schon in seinen Glücksgefühlmomenten den Tod von hunderten Menschen ohne Bedenken hingenommen hätte? Mit dieser Frage muss sich Jimmy Dove (Jeff Bridges, The Big Lebowski) unweigerlich beschäftigten, als er von seiner Vergangenheit in Form von Ryan Gaerity (Tommy Lee Jones, No Contry for Old Men) eingeholt wird. Beide waren sie einst als Freiheitskämpfer im Nordirlandkonflikt aktiv, Dove aber konnte sich alsbald nicht mehr mit den Visionen Gaeritys identifizieren und ging in die Vereinigten Staaten, wo er sich als Sprengstoffexperte eine neue Existenz aufbaute. Gaerity hingegen versauerte in einem nordirischen Gefängnis und schürte jeden Tag den Unmut auf seinen ehemaligen Gefährten, dem er nach einem dröhnenden Ausbruch aus dem Knast nun Luft verschaffen möchte.

Was wir in Explosiv – Blown Away von Stephen Hopkins (Der Geist und die Dunkelheit) also über eine Laufzeit von 120 zuweilen etwas langatmigen Minuten geboten bekommen, ist das obligatorische (Psycho-)Duell zweier Männer, deren verletzte Gefühle – und damit ist auch der verletzte Stolz gemeint – der Hauptantrieb für einen gewissenlosen Schlagabtausch sein soll. Wobei diese Gewissenlosigkeit selbstredend ausschließlich von Gaerity ausgeht, der, wie Dove erklärt, selbst der IRA zu verrückt war und die Hüften bei der Herstellung von Sprengstoff gerne mal zu U2's With or Without U schwingen lässt. Tommy Lee Jones, dessen Gesicht schlichtweg dafür gemacht ist, es in grelle Grimassen zu legen, ist selbstverständlich die Idealbesetzung für diesen wahnsinnigen Feuerteufel, der alles in Kauf nehmen würde, um den Verrat an seiner Person zu vergelten.

Jeff Bridges Performance ist weit weniger schreiend, weiß aber um den Coolnessfaktor auf ihrer Seite, wenn der spätere Dude mit Hawaiihemd und Fluppe im Mundwinkel seiner Berufung als Kampfmittelbeseitiger unter der Flagge des Bostoner Bomb Squad nachgeht. Stephen Hopkins, der sich als solider Handwerker einen durchaus klangvollen Namen im 1980er und 1990er Jahre Kino gemacht hat, beweist auch in Explosiv – Blown Away, dass er sich darin versteht, den feurigen Konflikt zwischen den beiden Männern mit sauber arrangierten, sich nie überhebenden Spannungsmomenten auszustaffieren. Das ist die meiste Zeit eine durchaus gelungene Pyro-Show, gibt sich hin und wieder aber auch einigen pathetischen Entgleisungen hin. Großen Gesten aber war Stephen Hopkins ohnehin noch nie abgeneigt – und wenn Tommy Lee Jones ein neues Land namens Chaos prophezeit, dann darf man den Bogen ruhig etwas überspannen.

Dass Explosiv – Blown Away den weltweiten Sprengstoffexperten gewidmet ist, wie eine Texttafel am Ende des Filmes erklärt, hätte rückführend Vermutungen dahingehend aufwirbeln lassen können, dass sich der Action-Thriller als durch und durch schwülstige Heldenmär präsentiert. Hopkins, Bridges und Jones aber sorgen dafür, dass sich die zweistündige Spielfilmdauer als reines Genre-Vergnügen einstellt. Sicherlich fehlt es dem Drehbuch an ausgereiften Charakteren, um den psychologischen Gehalt der Auseinandersetzung zwischen Dove und Gaerity über den konventionellen Tellerrand herauszubewegen (gerade auch durch ihren historische Ursprung). Wenn die Augen von Dove aber durch eine Explosion im Zentrum der Stadt infernalisch aufleuchten, dann findet Explosiv – Blown Away derart eindringliche Bilder, die gekonnt auf die Abhängigkeits- und Schuldgefühle seiner Figur aufmerksam machen, dass man die Schicksale der Hauptakteure durchaus ernst nehmen kann.

Fazit

Stimmungsvoller, zuweilen etwas langatmiger Action-Thriller aus den 1990er Jahren. Jeff Bridges und Tommy Lee Jones liefern sich ein knackiges (Psycho-)Duell, während "Predator 2"-Regisseur Stephen Hopkins für reichlich pyrotechnisches Getöse sorgt. Ein gelungener Genre-Film.

Autor: Pascal Reis

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