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So einen kennt jeder! Diese Sorte des schlecht gelaunten, grantigen in die Jahre gekommenen Nachbarn, der jeden Morgen seine Kontrollrunde in der Reihenhaussiedlung macht, Falschparker aufschreibt, Fahrräder an ihren Platz räumt und Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung überprüft. Genau so einer ist Ove. Dabei will er eigentlich Schluss mit allem machen. Nachdem er vor einigen Wochen seine geliebte Frau verloren hat, versucht er nun immer wieder, sich auf diverse Arten das Leben zu nehmen. Erfolglos - irgendetwas kommt einfach jedes Mal dazwischen. Auch beim neuesten Versuch wird Ove gestört. Und zwar als die neuen Nachbarn mittendrin seinen Briefkasten über den Haufen fahren. Von diesem Augenblick an steht Oves Leben auf dem Kopf. Denn hinter der grimmigen Fassade verbirgt sich eigentlich ein großes Herz. Und manchmal braucht es eben nur eine streunende Katze, das richtige Werkzeug und eine unerwartete Freundschaft, um alte Wunden zu heilen...
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Kritik

Eigentlich ist Rolf Lassgård, bekannt als schwedischer Ermittler Kommissar Wallander, ein echter Sympathieträger innerhalb des europäischen, bzw. skandinavischen Kinos. Doch bei Ein Mann namens Ove darf der gebürtige Schwede nun auch einmal ein echtes Scheusal spielen – wenn auch nur auf den ersten Blick. Schnell zeigt sich, dass dieser Mann, der kurz vor seinem 60. Lebensjahr steht, ein bewegtes Leben hatte. Dem Publikum wird dies durch gelbstichige Rückblenden vermittelt, die meist immer dann auftreten, wenn Ove versucht sich das Leben zu nehmen, dabei aber scheitert, was meist damit zusammenhängt, dass jemand an seiner Tür klingelt.

Das klingt jetzt durchaus schwarzhumorig, doch Regisseur Hannes Holm (Salto für Anfänger), der hier ein Roman von Autor Fredrik Backman verfilmte, setzt mehr auf lakonischen Witz. Ein Mann namens Ove ist mehr an zartbitterem Humor interessiert, als am pechschwarzen - wobei es durchaus Szenen und Momente gibt, aus denen man bösen Ulk hätte generieren können. Das dem nicht so ist, ist wahrlich nicht schlimm. Was Holms Film bzw. der Geschichte mehr zusetzt ist ihre tonnenschwere Sentimentalität, die erdrückende Ausmaße annimmt, sowie das überschaubare und wenig ergiebige Konzept des alten Griesgrams, der dann doch eigentlich ein ganz netter Mensch ist, wenn man nur weiß und versteht, was er alles bislang in seinem Leben durchgemacht hat.

Das wird alles viel zu grob, berechenbar und vereinfacht dargeboten. Ein waschechter Crowdpleaser, der von seinen Zuschauern weder große Aufmerksamkeit noch Empathie verlangt. Stattdessen wird die Sympathie zum alten Griesgram in wohl dosierten Einheiten angeboten und eingeflößt, was natürlich parallel zur Enthüllung von Oves Historie läuft.

Es liegt an Rolf Lassgård, dass die Tragikomödie keinen Schiffbruch erleidet. Es ist deutlich auszumachen, dass er ein begnadeter wie versierter Schauspieler ist. Ihm gelingt es mit Gebärden unterschiedlichster Gewichtung und Stärke mehr über Ove zu erzählen, noch bevor die erste von sehr vielen Rückblenden einsetzt. Gemeinsam mit den kleinen, visuellen Details von Holms Inszenierung, die durchaus auch als grotesker Spott für die fast schon menschenfeindliche Akkurarität geschlossener Wohnsiedlungen angesehen werden kann, wird so aus Ein Mann namens Ove ein durchaus annehmbares Stück Anteilnahmskino, welches es sich dennoch zu einfach mit der Entwicklung der Personalie Ove macht und letzten Endes einfach immer etwas zu kulant mit den gefälligen Erwartungen der Beobachter umgeht.

Fazit

Dank Hauptdarsteller Rolf Lassgård, der hier vollends überzeugt, besitzt „Ein Mann namens Ove“ eine große Stärke, die sich dem eher zweckmäßigen Gefälligkeitsattribut der Tragikomödie entgegen stellt. Ein Kampf der letztlich mit einem Unentschieden endet.

Autor: Sebastian Groß

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