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Inhalt

Sam und Jonathan sind zwei glücklose und etwas kummervolle Vertreter für Scherzartikel. Als Handlungsreisende sind sie in wichtiger Mission unterwegs: sie wollen helfen, Spaß zu haben. Da die Welt voller Enttäuschungen und eine seltsam einsame Angelegenheit ist, haben sie sich auf die Klassiker unter den Kuriositäten spezialisiert: Vampirzähne, Lachsack und eine groteske Monstermaske. Weil das Verkaufen eine grässliche Angelegenheit ist, tun sich Sam und Jonathan oft schwer, die Ware mit dem nötigen Schwung unters Volk zu bringen und sind sich äußerst uneinig, welche Präsentationsstrategie die richtige ist. Denn Freude zu verbreiten in einer sonst fahlen Welt ist schwer. Doch Verkaufen müssen sie den Spaß, denn das kabbelnde Verkäuferduo ist furchtbar pleite. Mit der Träne im Gesicht und dem Lachsack im Vertreterkoffer gehen sie auf eine phantastische Reise durch Räume der Geschichte und finden sich in traumverlorenen Erinnerungen wieder - an verliebte Könige, getauschte Küsse und fröhlich gurrende Tauben.

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Kritik

Mit „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ schließt der skandinavische Filmemacher Roy Andersson seine Trilogie über das Menschsein ab. Nach „Songs from the Second Floor“ und „Das jüngste Gewitter“ erweist sich Teil 3 als prägnanter Abschluss, der alle Fans und Kenner des Regisseurs gewiss begeistern dürfte. Zuschauer die jedoch nicht wissen, was genau sie hier erwartet, werden hingegen ordentlich vor den Kopf gestoßen, zumindest dann, wenn sie einen linearen wie kohärenten Film erwarten, denn  „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ erweist sich mehr als Panoptikum verschiedenster, skurriler Momentaufnahmen des menschlichen Lebens:

während die Gattin kocht stirbt ihr Ehemann beim Öffnen einer Flasche Rotwein. Ein anderer Herr segnet das Zeitliche in der Kantine, obwohl er doch schon ein Essen auf dem Tablett hat – wäre doch dumm es weg zu werfen. Eine Wirtin bietet jedem Kunden einen Schluck Korn für einen Kuss an. Der junge König reitet mit seiner Armee in den Krieg, will vorher aber noch ein Glas Mineralwasser in einem Restaurant trinken. Das sind nur einige von vielen, keinen Geschichten, die Roy Andersson in  „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ zusammenknöpft. So etwas wie ein roter Faden, wenn diese Bezeichnung vielleicht doch etwas zu weit her geholt ist, sind die beiden Scherzartikelverkäufer, die irgendwie versuchen zumindest etwas Geld mit ihrer antiquierten Ware zu verdienen.

Wer sich nun fragt welchen Sinn das alles hat, der sollte sich diesen Film vielleicht besser nicht ansehen. „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ ist eine lakonisch-melancholische Kuriosität. Eine Tour durch diverse absurde Szenerien, die vor allem durch ihre eigensinnige Komik und den rustikalen Charme auffällt. Es ist wie ein Blick durch ein altes Mikroskop, welches eine ganze eigene, noch völlig unentdeckte Welt offenlegt und selbst dort, in diesen kargen Straßen, in denen minutenlang die königlichen Reiter durchreiten, gibt es stets etwas zu entdecken, was alltäglich und menschlich erscheint. „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ lässt sich manchmal fast schon universell deuten, ohne dabei aber jemals beliebig zu wirken. Regisseur Andersson ist dafür zu sehr Künstler. Seine Bildkompositionen sind schlicht und ergreifend genauso atemberaubend wie detailliert sowie humorvoll und doch immer voller Tragik und Weltschmerz.

Das alles vermischt Andersson zu einem filmischen Erlebnis, welches durch seine Szenerien oft das Alltägliche zum Witz und den Witz zur Tragödie manifestiert. Besonders deutlich wird das durch ein stets wiederkehrendes Element: Immer wieder ist zu sehen, wie Menschen telefonieren und dabei "Es freut mich zu hören, dass es dir gut geht" sagen. Ihr Blick bleibt dabei stets leer und emotionslos, reines Desinteresse am eigenen Schicksal sowie an der Welt. Somit besitzt der Trilogie-Abschluss auch eine gesellschaftskritische Komponente, die ihren definitiven Höhepunkt erreicht, wenn die Schickeria gelangweilt dabei zu sieht, wie afrikanische Sklaven in eine riesige Todesmaschine gepfercht werden.

Fazit

Roy Anderssons „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ ist lakonisch-kunstvolles Kino mit Aussage. Sehr speziell, sehr eigen, sehr schwer in Worte zu fassen. Keine Produktion, die sich Narrativen unterwirft. Mehr ein cleveres wie äußerst brillant gefilmtes Kuriositätenkabinett, welches mehr über das Menschsein verrät, als man glauben mag.

Autor: Sebastian Groß

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