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Nobelpreisträger Dr. Steven Sorenson plant, die geothermische Energie des Erdinneren anzuzapfen, indem er tief unter der Erdoberfläche eine Sprengung durchführt. Trotz der Warnungen seiner Kollegin Ted Rampian fährt Sorensen mit seinen Planungen fort, als er feststellen muss, dass er unheilbar krank ist - und dass sein Projekt zu dem Ergebnis führen wird, dass die Erde in zwei Teile geteilt und untergehen wird. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kritik

„Noch niemand hat die Geburt eines Mondes beobachtet.“

Ein von Unheil geschwängerter Score, der unter der Führung von Komponist Johnny Douglas unnachgiebig anschwillt, lässt Böses erahnen: Die Menschheit wird sich in Ein Riss in der Welt mit einer neuen Dimension der Bedrohung befassen müssen. Tatsächlich fächert sich diese Dimension derart vehement auf, dass das Leben eines jeden Erdbewohners auf dem Spiel steht. Die Fallhöhe also ist optimal, um astreines Desasterkino in die Wege zu leiten, für das sich in der heutigen Zeit ein Filmemacher wie Roland Emmerich verantwortlich zeigt, der mit The Day After Tomorrow und 2012 mehrfach bewiesen hat, wie es aussieht, wenn der Mensch sich gegen die enormen Kräfte der Natur erwehren muss. Und Emmerich ist ein gutes Stichwort, ist Ein Riss in der Welt doch nicht weit entfernt von seiner lautstarken Kinovision.

Regisseur Andrew Marton (Clarence, der schielende Löwe) war in jenen Tagen ein äußerst gefragter Mann, wenn es um die logistische und inszenatorische Planung von groß angelegten Action-Sequenzen ging. Nicht umsonst war Marton sowohl als Second-Unit-Regisseur für das Wagenrennen im mit elf Oscars prämierten Ben Hur tätig und unterstützte zudem die Crew vom Kriegsklassiker Der längste Tag bei der Normandie-Erstürmung. In Ein Riss in der Welt wird Martons handwerkliches Gespür ebenfalls deutlich, das Problem an dem Film ist nur, dass er sich ebenfalls auf ein Dreiecksbeziehung zwischen den Wissenschaftlern Dr. Stephen Sorenson (Dana Andrews), Dr. Maggie Sorenson (Janette Scott) und Dr. Ted Rampion (Kieron Moore) einlässt, aber kein Verständnis für die Ausarbeitung zwischenmenschlicher Emotionalität aufweist. Hier gerät das Narrativ ins Stocken und bremst die mitreißende Prämisse.

Wenn sich Andrew Marton aber von den drögen Konflikten zwischen seinen Hauptfiguren losreißt und das Katastrophenszenario in den filmischen Blickpunkt gerät, funktioniert Ein Riss in der Welt durchaus – auch heute noch. Man muss sich, wie auch bei Roland Emmerich, der diesem 60er Jahre Flic mit Sicherheit sehr zugeneigt ist, darauf einstellen, dass es inhaltlich vor allem in eine Richtung geht: In die vollkommen debile. Wissenschaftler, die eine Atombombe zünden, um an den nie versiegenden Energiequell des flüssigen Erdkerns zu gelangen, ist eine Sache. Dass, um den sich stetig ausbreitenden Riss zu stoppen, noch eine Atombombe gezündet wird, ist dann eine Handlung auf dem Infantilitätslevel, auf dem sich auch das schwäbische Spielbergle heimisch fühlt. Tricktechnisch allerdings sorgt Ein Riss in der Welt zuweilen für fesselnde apokalyptische Stimmung.

Fazit

Inhaltlich grenzdebiles, charakterlich blasses, aber inszenatorisch ordentliches Katastrophenkino, welches sich ganz im Geiste eines Roland Emmerichs präsentiert. "Ein Riss in der Welt" sollte man vor allem als Relikt seiner Zeit verstehen, dann funktioniert er auch heute noch.

Autor: Pascal Reis

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