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Angesiedelt in der Vorzeit, als urzeitliche Kreaturen und wollige Mammuts die Erde bevölkerten, erzählt "Early Man", wie der gewitzte Steinzeitmensch Dug zusammen mit seinem Kumpel, dem prähistorischen Wildschwein Hognob seinen Stamm dazu bringt, gemeinsam den Kampf gegen die überheblichen Bronzezeitmenschen aufzunehmen und sich mit seinen ganz eigenen Mitteln durchschlägt.
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Kritik

Es ist weitaus mehr als ein eigener Stempel, der jeder Produktion des britischen Animationsstudios Aardman fett aufgedruckt ist. Die Mixtur aus Knetfiguren und Stop-Motion (Claymotion genannt) ist von ihrem Stil her unverwechselbar und hat mit zahlreichen Kurz- und Langfilmen (Shaun  das Schaf - Der Film, Wallace & Gromit : Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen) die Herzen zahlreicher Kinder und Erwachsenen erfüllt. Damit jener Stil so charmant daher kommt wie gewünscht bedarf es eines, im Vergleich zu typischen, am Computer erstellten Animationsfilmen, weitaus größeren Arbeitsaufwands. Aardman-Mitarbeiterin Kelly Lappin erklärte einmal, das sich in einer guten Woche bestenfalls 2 Minuten Filmmaterial produzieren lassen. 

Mit Early Man hat das Studio nun sein ambitioniertestes Projekt hingelegt. Seit 2010 wurde an der Produktion gefeilt und schließlich durch die Hände von Aardman-Veteran Nick Park (Chicken Run - Hennen rennen) in seiner ersten alleinigen Regiearbeit in die Tat umgesetzt. Der Film spielt in prähistorischen Manchester und handelt von einem Stamm Ureinwohner, die in einem Tal ihr harmonisches, schrulliges Dasein fristen. Als die, zumindest technisch gesehen, höher entwickelte Armee des Bronze Zeitalters, angeführt von dem eher unbeholfenen Lord Nooth (Tom Hiddleston, Only Lovers Left Alive), ihr Tal beschlagnahmt, liegt es an dem jungen Höhlenmenschen Dug (Eddie Redmayne, Die Entdeckung der Unendlichkeit) und seinem Hausschwein Hognob, die geliebte Heimat zurück zu bekommen. Schon bald wird ein Fußball-Match gegen die Besetzer alles entscheiden. 

Um das Setting der Steinzeit zum Leben zu erwecken wurde bei dieser Produktion deutlich häufiger zu CGI-Spezialeffekten gegriffen, als bei bisherigen Aardman-Produktionen. Die Befürchtung, diese könne den bekannten Knet-Charme mildern stellt sich jedoch als unberechtigt heraus. Viel eher kann der Film dadurch herrlich absurde Over-the-Top-Momente kreieren, wie der Einschlag des Asteroiden zu Beginn des Filmes, der die Dinosaurier auslöscht, oder, wenn ein überdimensionales Enten-Monster das Geschehen immer wieder unterbricht. Die meisten Lacher aber gehören dem Treiben der Ureinwohner, bei denen der Film auf klassische Situationskomik setzt. Typisch für Aardman ist der Humor weder auf Unterhaltung für Kinder fokussiert, noch zielt er nur auf ein erwachsenes Publikum, sondern ist durchweg universell für alle Altersgruppen zugänglich. 

Park beschrieb seinen Film als „Mischung aus Gladiator und Voll auf die Nüsse“ und dementsprechend beinhaltet Early Man zahlreiche Elemente bekannter Abenteuer- und Sportfilme. Besonders in der zweiten Hälfte des Filmes richtet sich der Fokus immer wieder auf das bevor stehende Fußballmatch. Die Idee, eine Gruppe Urzeitmenschen nun einen klassischen Sportfilm durchspielen zu lassen, ist zwar durchaus reizvoll, besonders originell ist sie jedoch nicht. Hier offenbart sich nämlich das größte Problem von Park´s Film : Zum einen fehlen ihm wirklich markante Charaktere, wie etwa das eingeschworene Duo Wallace & Gromit, aber auch Elemente aus anderen Aardman-Produktionen vermisst man hier. War es der nonverbale Humor, der besonders Shaun das Schaf - Der Film so auszeichnete, setzt Early Man auf konventionelle, aber leider auch austauschbare Unterhaltung. Fast bekommt man den üblen Beigeschmack, Aardman versuche im Angesicht der ambitionierten Produktion hinter dem Film eine eher sichere Karte spielen. 

Leider liegt es vor allem an den Figuren und wie sie bekannten Rollenmustern folgen, dass Early Man nie über seichten Konsum hinaus kommt. Stattdessen arbeitet sich der Film irgendwann nur noch an Klischees des Genres Underdog-Sportfilm ab, sodass der prähistorische Hintergrund zum reinen Gimmick verkommt und nicht mehr als ein paar amüsante Einlagen liefert. So liebevoll Park das Setting seines Filmes auch optisch gestaltet, er verlässt sich zu sehr auf die bekannte Aardman Handschrift und fügt seinem Film nicht viel mehr hinzu. Das ist im Endeffekt schade, wo doch die Aufarbeitung der Steinzeit-Location durchaus Potenzial gehabt hätte. Das Genick bricht das dem Film dennoch nicht, dafür hebt sich Early Man immer noch zu sehr von den Vertretern amerikanischer Animationsstudios ab, sodass es im Endeffekt doch eine Wohltat bleibt, mal wieder einen Knetfilm bestaunen zu dürfen.

Fazit

"Early Man" ist, trotz seiner liebevollen Aufarbeitung, nicht der große Wurf. Zwar unterhält der Film 89 Minuten durchweg, bietet aber nichts markantes, was andere Filme aus der Knetfabrik von Aardman bisher auszeichneten.

Autor: Jakon Jurisch

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