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Im September 1942 stehen die deutschen Truppen unter Feldmarschall Rommel nur noch etwas mehr als 100 Kilometer vor dem Suezkanal. Der Stab der britischen 8. Armee billigen einen Plan, die Treibstoffbunker in Tobruk zu zerstören. Der Initiator des Planes, Major Craig, ist von deutschfreundlichen Truppen der französischen Vichy-Regierung festgenommen worden und im Hafen von Algier interniert. Major Craig ist ein kanadischer Wüstenspezialist, zu seinen Spezialgebieten gehören die Wüstentopographie und die Erkundung, speziell die Sahara. Also ist er ein sehr wichtiges Kettenglied zur erfolgreichen Durchführung des Planes. Craig wird von einem Kommando unter Captain Bergman befreit und nach Kufra gebracht. Colonel Harker teilt mit, dass zur Durchführung des Planes acht Tage Zeit bleiben, um von Kufra nach Tobruk zu gelangen und die Depots zu zerstören. Die beteiligten Soldaten, jüdische Emigranten, sollen als Kriegsgefangene von verkleideten Spezialkräften nach Tobruk gebracht werden...
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Kritik

Während der Kriegsfilm in den 50er Jahren vor allem im Zeichen von schillernden Helden und später einem nihilistisch brachialen Menschenbild stand, hat sich dies in den 60er Jahren deutlich geändert: Im Zuge des beginnenden Action-Zeitalters standen plötzlich die Bilder im Vordergrund. Zusammen mit ausufernden Abenteuern, gefährlichen bis unmöglichen Missionen sowie harschen (Männer)Stereotypen, gab es für Fans plötzlich vor allem spektakuläre Schauwerte zu entdecken. Filme wie Die Brücke von Remagen, Die letzte Schlacht, Die Kanonen von Navarone, Das dreckige Dutzend, Colonel von Ryans Expreß oder Himmelfahrtskommando Okinawa offenbarten ein völlig anderes Bild vom Krieg. Reißerisch, explosiv, zynisch, ironisch und sehr patriarchisch, waren Missionen und die visuelle Schlagkraft wichtiger als grausame Einzelschicksale. Auch der für den Oscar nominierte (beste visuelle Effekte) Die Kanonen von Tobruk von Regisseur Arthur Hiller (Love Story) passt genau in diese Kategorie. Wo Wüstensand und Feuer zum Sinnbild von Sinnlosigkeit aber auch Hoffnung werden, wenn eben auch nur am Rande.

Denn bei Die Kanonen von Tobruk stand vor allem die Action im Vordergrund: Während bereits die ersten Minuten die Stoßrichtung vorgeben – wenn Capt. Bergman (perfekt zurückhaltend und stolz von George Peppard gespielt) schießwütig und spektakulär Maj. Donald Craig (stets mit einem markigen Spruch präsent, Rock Hudson) aus der Gefangenschaft befreit – gibt es danach einen Schlag nach dem nächsten. Da bleibt bei Abenteuer-Autor und Thriller-Fan Leo Gordon (Patrouille westwärts, Colorado Saloon 12 Uhr 10) auch wenig Platz für nachvollziehbare Motive oder eine Charakterstory. Es geht nach vorne, nach Tobruk, gegen den Feind, nur um schließlich am Ende eine komplette Wüstenstadt im Feuerregen untergehen zu lassen. Und ja, das ist höchst imposant, beeindruckend und kann selbst heute noch mit seinen ausufernden Effekten überzeugen, doch gerade die Zwischentöne sorgen immer wieder dafür, dass Die Kanonen von Tobruk einen Nachgeschmack zurücklassen.

Dies betrifft vor allem den mysteriösen Charakter von Capt. Bergman. Wo beispielsweise Maj. Donald Craig sowie Col. Harker (perfekt von Nigel Green gespielt) eindeutig zuzuordnen sind und daher ihre Rollen im Finale gut spielen, wird Bergman zum Spielball einer recht zweifelhaften Kriegsdarstellung und etwas fehlplatziert wirkender politischer Untertöne. So scheint der Deutsche Ehrenvoll, meisterlich ausgebildet und vorbereitet, während der Italiener mit Worten wie „Das müssen Deutsche sein. Italiener kutschieren um diese Tageszeit nicht mehr rum. Die sind viel zu bequem.“ eher zur spaßigen Anekdote wird. Krieg als Abenteuerspielplatz, in der Panzer wie Konfetti zwischen Flammenwerfern platzen und Soldaten ohne Protest ihre Mission beenden. Genau hier fühlt sich dann der aufgesetzt wirkende Israel/Palästina/England Konflikt recht behäbig an, der von Bergman immer wieder vorangetrieben wird. Schuld/Unschuld – all dies wird hier oberflächlich in einen Topf geworfen in einem Film, der eigentlich mehr an Explosionen interessiert ist, als an einer geschichtlichen Aufarbeitung.

Und dennoch: Abseits des versuchten Unterbaus und neben einzelner eingespielter Thriller/Spionage-Elementen, ist Die Kanonen von Tobruk ein herrlicher Genre-Spaß für Fans. Gerade das Männer-Trio ist mit seinen Dialogen und Anfeindungen – aber auch seinem Zusammenhalt – ganz vorne mit dabei, wenn es um die Highlights des Films geht. Hier steht ein wenig Trash eben im Vordergrund, was gerade der 60er Jahre und der explosiven Erzählweise geschuldet ist. Am Ende kracht und knallt es an jeder Ecke, sodass die Zuschauer aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Und auch Darsteller sowie Inszenierung sind auch heute noch atemberaubend, sodass viele Schwächen gerne beiseitegeschoben werden können. Vorwerfen kann man dem Film von Arthur Hiller definitiv viel, aber Spaß bereitet das Abenteuer dennoch.

Fazit

Wer auf der Suche nach einer tiefgründigen Botschaft bei "Die Kanonen von Tobruk" ist, wird definitiv nicht fündig: Oberflächliche Charaktere, eine eher stringente und schnell erzählte Story gemischt mit harschen Männern die sich im Falle von Capt. Bergman nach Freiheit und Heimat sehen, trüben merklich den Spaß. Dieser steht aber dennoch bei Arthur Hiller klar im Vordergrund: Explosiv, actionreich, fanatisch überdreht und mit einem imposanten Finale untermalt, kann der Film auch heute noch überzeugen.

Autor: Thomas Repenning

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