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Eigentlich hat Ex-Cop Tanzi seinen Job an den Nagel gehängt, doch die Vergangenheit holt ihn ein, in Form des geflohenen Gangsters „Der Chinese“: Dieser will sich für seine Verurteilung rächen und verübt ein Attentat auf ihn. Die Polizei veröffentlicht die Falschmeldung von Tanzi’s Tod und will ihn in der Schweiz untertauchen lassen, doch da macht der nicht mit. Auf eigene Faust kehrt er nach Rom zurück und zettelt eine Fehde zwischen dem Chinesen und seinem amerikanischen Geschäftspartner Di Maggio an.

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Kritik

Ein desillusionierter Ex-Bulle (Maurizio Merli, Der Leopard) überlebt einen Mordanschlag und statt sich im etwas verspäteten Zeugenschutzprogramm nun auszuruhen, krempelt er noch einmal kräftig die Ärmel hoch. Mit dem Vorzug offiziell für tot erklärt zu sein, ohne lästige Regeln und Vorschriften beachten zu müssen und der Motivation einer Mordswut im Bauch macht er Jagd auf die Gesetzlosen in der heiligen Stadt, denen direkt ihre gerechte Strafe zuteilwird. In erster Linie gilt sein Rachefeldzug aber natürlich dem Mann, der ihn über den Jordan schicken wollte: Dem skrupellosen Gangsterboss Luigi „Der Chinese“ Maietto (Tomás Milián, Die Nackte und der Kardinal) und jedem, der mit ihm gemeinsame Sache macht. In dem Fall besonders dem Halb-Ami Di Maggio (John Saxon, Tenebre), der seinen Geschäftspartner in Sachen Räudigkeit kaum nachsteht. Also schnell noch mal den Schnäuzer gekämmt, Brusthaar raus und die Knarre durchgeladen, ab jetzt wird Tacheles geschnaubt.

Genre-Allrounder Umberto Lenzi hat überall mal mitgemischt, wenn der Trend gerade lukrativ schien. Vom Abenteuerfilm (Sandokan), über den Western (Ein Colt für 100 Särge); vom Giallo (Spasmo) bis hin zum Mondo-Kannibalen-Schmodder (Lebendig gefressen). Nirgendwo galt der im letzten Oktober verstorbene Regisseur unbedingt als Meister seines Fachs, wenn auch immer mal wieder mit einem ordentlichen Achtungserfolg dazwischen. Am ehesten Eindruck hinterließ er mit seinen Policietti, die sein Schaffen in den 70ern dominierten. Warum, das belegt auch Die Gewalt bin ich. Rüdes, rasantes Schund-Action-Kino mit leichten Anleihen bei US-Hits wie Dirty Harry, French Connection – Brennpunkt Brookyln oder Ein Mann sieht rot, das aber seine eigene Herkunft dabei keinesfalls verleugnet. Das alles sind nur leichte Assoziationen, wenn Maurizio Merlin, der Zwieback-Verschnitt von Charles Bronson & Clint Eastwood (blond, knallhart & trocken, aber trotzdem dabei etwas fade) sich mit Kaschmir-Rollkragen John Saxon (stetig arbeitend am perfekten Abschlag) und besonders Tomás Milián anlegt, der als Freund von vorzeitig verfassten Traueranzeigen und sadistischem Galgenhumor („Der Wagen hat doch Automatik, oder?“) sich abermals verdient in den Vordergrund drängelt.

Der Ton ist schroff, das Tempo hoch, der Zynismus wird süffisant ausgelebt, dafür ist die Logik gerne ausbaufähig und das Frauenbild eine einzige Katastrophe. Was allein die von Lenzi gerne engagierte Gabriella Lepori (Napoli Violenta) alles über sich ergehen lassen muss: Von nahezu jedem Typen im Film gibt es mal eins in die Fresse, selbst von unserem Helden die Vernunfts-Watschen, wenn sie mal wieder hysterisch rumspinnt. Aber ein Gesicht wie Teflon, da perlt alles ab und das Make-Up sitzt immer perfekt, wacker. Aber was soll man von einem Film erwarten, in dem sich auch beste Freunde ordentlich die Schnauze polieren, um nicht lästige Gespräche führen zu müssen. Das kostet nur Zeit und nachher entschuldigt sich noch einer, Mädchenscheiß! Ne, Die Gewalt bin ich ist so ein richtig rotziger Euro-Reißer der groben Sorte, in der auch mal mit Stühlen geschmissen wird um Kugeln zu sparen, wer weiß wozu man die noch braucht. Ist außerdem viel maskuliner, feige in den Rücken schießen kann ja jeder.  

Die Verve des Streifens ist trotz seiner Genre-üblichen und unter diesen Umständen zu verzeihenden Defizite ansteckend, etwas gewöhnungsbedürftig bleiben ein paar eingestreute Flapsigkeiten, obwohl in der deutschen Synchro ganz geil vertont (-„Hast du was Liebling?“ –„Leck mich am Arsch!“ –„Was hast du gesagt?“ –„Leg mir das Architekturbuch raus!“) oder der Gimmick-lastige Einbruchspart im Schlussakt, die diesen sonst knallharten Hobel ungünstig verdünnen. Ein Film sonst ohne Kompromisse: Mit einem Helden ohne Furcht (Tadel sicher, aber wer traut sich danach zu fragen?), teuflisch-charismatischen Antagonisten und Schergen hart wie Stahl, hässlich wie die Nacht und dumm wie ein ganzes Blech Ciabatta. Schon cool, weil so unverschämt grobschlächtig und dabei großkalibrig selbstbewusst. Wie meistens bei Umberto Lenzi ist das nicht der ganz große Wurf, aber so dicht dran war er sicher selten.

Fazit

Manchmal ist der Film leider nicht ganz ernst zu nehmen (nur zum Teil freiwillig), sonst ist „Die Gewalt bin ich“ ein Policietto, der seinem Namen und dem Genre absolut gerecht wird. Schwer unterhaltsamer Italo-Shit von einem erprobten Handwerker, der nicht umsonst trotz einer nicht überragenden Vita einen ordentlichen Ruf genießt.

Autor: Jacko Kunze

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