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Inhalt

Vor 5300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab obliegt es, den heiligen Schrein Tineka zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen. Die gesamte Sippe wird brutal ermordet, darunter auch Kelabs Frau und Sohn. Das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel - Vergeltung! Kelab folgt den Spuren der Täter. Auf seiner Odyssee über das Gebirge ist er den Gefahren der Natur ausgesetzt und durch einen tragischen Irrtum wird er auch noch selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Bedürfnis nach Rache nachgeben und selbst vom Opfer zum Täter? Oder gelingt es ihm den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen?

Kritik

Der Fund von Ötzi im September 1991 war der Startschuss für diverse Theorien, wie der Mann aus dem Eis ums Leben kam. Klar war, dass er von einem Pfeil schwer verletzt wurde. Dies berauschte die Phantasie vieler, aber keine Imagination schafft es ins Kinos, bis jetzt. Regisseur und Autor Felix Randau bringt nun seine Version der Geschichte auf die Leinwand und kann dabei auf Jürgen Vogel in der Hauptrolle zurückgreifen und dieser dankt es ihm,, mit einer starken, wenn auch ungewöhnlichen  Leistung. Das liegt vor allem daran, dass der Film keine verständlichen Dialoge besitzt. In Zusammenarbeit mit Experten wurde für das Projekt eine Steinzeitsprache entwickelt, die nicht untertitelt wird.

Tatsächlich ist es zu Beginn sehr seltsam, wenn sich einzelne Figuren unterhalten, aber das legt sich schnell, denn Der Mann aus dem Eis ist so reduziert in seiner Erzählung und Bildsprache, dass jeder Zuschauer nach ein paar Minuten versteht, was die Akteure auf der Leinwand wollen und mitteilen. Allerdings ist die Handlung voll und ganz auf Ötzi () fokussiert. Nach dem dieser von einer Jagd zurückkehrt, findet er sein Dorf verwüstet vor, seine Angehörigen sind Tod, bis auf ein Baby, und ein wertvoller, für den Zuschauer aber unbekannter, Gegenstand wurde von drei feindlichen Männern entwendet, die nun wiederum auf dem Weg sind, ihre Beute heim zu bringen.

Der Mann aus dem Eis ist zu keiner Zeit ein pädagogischer Lehrfilm. Es ist im Grunde eine durch und durch archaisches Rache-Drama vor eindrucksvoller Naturkulisse. Wir folgen Ötzi bei seiner Jagd nach den Täter. Werden Zeuge, wie der Natur trotzt, versucht das mitgenommene Baby zu versorgen und müssen miterleben, wie er selbst zum Mörder wird und dabei ein weitere Spirale der Gewalt in Gang setzt. Dies alles passiert nonverbal. Mimik und Gestik sind Trumpf bei Der Mann aus dem Eis, aber es funktioniert wirklich gut. Allerdings bleiben die in Fell gekleideten Figuren auf der Leinwand fremd und fern. Das Animalische ihrer Natur macht ein Mitfiebern unmöglich, was auch daran liegt, dass die Dramaturgie bei Randaus Film nur Stillstand oder Maximum kennt. Selbst in einer Episode, in der Ötzi auf zwei friedliche Jäger trifft, überragt am Ende das Tier den Menschen.

Diese Schwäche macht Der Mann aus dem Eis aber gleichzeitig auch sehr wuchtig und interessant. In Kombination mit den mal wunderschönen, mal eindrucksvoll bedrohlichen Naturaufnahmen entsteht so eine visuell beeindruckende, narrativ aber wenig ergiebige Geschichte, die uns eines aber klar macht: Schon damals gab es einen MacGuffin.

Fazit

„Der Mann aus dem Eis“ ist kein Lehrfilm über das Leben von Ötzi, sondern mehr ein durch und durch archaisches Rache-Drama, welches vor imposanter Kulisse stattfindet.  Wirklich mitreißen kann es aber nicht. So interessant die gezeigte Welt auch ist, so uninteressant bleibt der titelgebende Mann aus dem Eis. Wer mit dem ungewöhnlichen Setting aber etwas anfangen kann, wird eine durchaus wuchtige und auch unterhaltsame Zeit im Kino verbringen.

Autor: Sebastian Groß

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