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In einer dystopischen Zukunft bilden die größten Konzerne des Landes die skrupellose Regierung der USA. Mit Virtual Reality-Unterhaltung soll die Bevölkerung beschwichtigt werden. Den Höhepunkt bildet das jährliche Death Race. In einem martialischen Autorennen quer durch das Land, versuchen die Fahrer ihre Kontrahenten und möglichst viele nichtsahnende Passanten aus dem Weg zu räumen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die Bezeichnung Trash-Film ist so eine zwiespältige und schwammige Sache. Es bezeichnet weder ein Genre, noch ist es konkret als abwertend oder beschönigend zu verstehen. Meistens funktioniert ein Film im positiven Sinne als Trash, wenn er eigentlich einen ganz anderen Anspruch verfolgt aber aufgrund kurioser Unzulänglichkeiten ungewollt in die andere Richtung blendend unterhält. Kalkulierter Trash ist oft nicht mehr als die wortwörtliche Übersetzung: Totaler Müll. Wenn es jemand jedoch verstand, gezielt mit billigen Heulern teilweise große Unterhaltung auf die Beine zu stellen, dann war (ja, er lebt noch, aber was dabei heute rauskommt sieht man aktuell) es der legendäre Roger Corman (The Wasp Woman). Seit den 50ern als Regisseur und Produzent verantwortlich für zahllose Low-Budget-Streifen, von denen einige (wenn natürlich auch nur eine geringe Anzahl) zurecht einen gewissen Kultstatus innehaben. Eines seiner „Meisterwerke“ ist Death Race 2000 bzw. Herrscher der Straße bzw. Frankensteins Todesrennen aus dem Jahr 1975, dass nach einem nur geringfügig werkgetreuen Remake sowie dessen Fortsetzungen nun vom Chef persönlich (wobei sein Name hier wohl in erster Linie nur noch als Vermarktungsstrategie dient) eine Art Reboot erhält.  

In Zeiten, wenn Studios wie The Asylum mit ihrem Sharknado-Bullshit oder anderen lausigen Produktionen unverhältnismäßige Gewinne einstreichen muss sich mit einem Death Race 2050 doch auch noch ein Stück von Kuchen abschneiden lassen. So dachte man wohl und präsentiert einen tatsächlich in weiten Teilen sehr ähnlichen Neuaufguss, dessen Story nicht nur im Grunde die gleiche ist, sondern gleich noch einige der markantesten Momente des Originals wiederverwertet. Wieder wird dem zusammengeflickten Pisten-Helden Frankenstein (brummelig-uncharismatisch: Manu Bennett; Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere) ein wehrloser „Fanclub“ zum Punkten rausgestellt, aber er macht lieber einen kleinen Schlenker. Wer den Vorgänger gesehen hat, erlebt viele Déjà-vus, auf die er lieber verzichtet hätte. Wenn Death Race 2050 eines gelingt, dann sich den originellen, skrupellosen Charme der Vorlage wieder vor Augen zu rufen und noch mehr wertzuschätzen. Veränderungen werden nur in kleinen Details vorgenommen, mit denen zumindest der Versuch unternommen wird dem Ganzen einen Berserker-satirischen Anstrich für die Neuzeit zu geben.

Statt einer irren Nazi-Braut fährt nun eine fanatisch-pseudoreligiöse Terroristin mit, das arbeitslose Volk vor der Glotze darf dank Virtual Reality quasi auf dem Beifahrersitz platznehmen und die USA sind die die UCA, die Vereinigten Konzerne von Amerika. Angeführt von einem Donald-Trump-lookalike-Präsidenten (Malcolm McDowell; Uhrwerk Orange), der Washington D.C. nach Dubai verlegt hat (der winzige Momente, in dem man zum Schmunzeln neigt.). Ansonsten glaubt man wohl ernsthaft, die exakt gleichen Grenzüberschreitungen wie 1975 würden über 40 Jahre später noch die gleiche Wirkung erzeugen, was sie ja als solche schon ihres Status beraubt. Insbesondere, wenn sie so lieblos hingerotzt werden und bemerkenswerter Weise um ein vielfaches billiger wirken als damals, was eine Kunst für sich ist. Damals ging es teilweise eben nicht besser, heute will man einfach nicht bzw. glaubt dadurch den alten Charme gleich mit zu kopieren. Wo sich früher immerhin noch David Carradine (Kill Bill: Volume 2) und ganz besonders Sylvester Stallone (Rocky) als sabbernder, frauenverstehender Rüpel Machinegun-Joe („Du bist für mich so interessant, wie ’ne kalte Bratkartoffel ohne Salz!“) für geschmacklose Schenkelklopfer sorgten, heizen nun nervige Kackfratzen durch ein kümmerliches Discount-CGI-Gemetzel voll aufgewärmter Momente und Holzhammer-Gags für den Sechserträger zum morgendlichen Zähneputzen.

Fazit

Ein Paradebeispiel dafür, wieso nicht jeder absichtliche Billig-Quatsch automatisch (eher sehr selten) unterhaltsam ist. Selbst wenn er eine der Perlen dieser unvernünftigen Zunft mehr oder weniger nur neu abkurbelt. Oder zumindest glaubt das zu tun. Hässlich, lieblose, albern, anstrengend…das Gengenteil von kurzweilig. Lediglich Malcolm McDowell’s grobschlächtige Donald-Trump-Parodie ist nicht komplett für die Tonne, worauf er sich bei diesem Film allerdings nicht viel einbilden braucht.

Autor: Jacko Kunze

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