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Zaid hat genug von seinem Bruder. Yasin hat sich einmal mehr mit dreckigen Geschäften Ärger eingehandelt und bettelt nun schon wieder um Geld. Zaid hingegen hat sich ein Leben als erfolgreicher Arzt aufgebaut, seine Frau ist schwanger – Yasin soll gefälligst verschwinden! Am nächsten Tag ist der Bruder tot. Desillusioniert und entsetzt wendet sich die Familie an die Polizei. Doch der Staat Dänemark interessiert sich wenig für den Mord an einem irakischen Möchtegern-Gangster, dem Abschaum der Gesellschaft. Zaid bleibt keine Wahl. Zu lange hat er die Augen vor der Schattenwelt, in die Yasin abgerutscht ist, verschlossen. Jetzt zieht er ohne Rücksicht auf Ehe und Karriere in den Rachefeldzug und dabei eine Schneise des Todes durch die Unterwelt von Kopenhagen.

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Kritik

Der Rachefilm ist nun wahrlich keine Seltenheit im Kino, v.a. die asiatische Filmindustrie hat dieses Subgenre nahezu perfektioniert; da muss nur Oldboy erwähnt werden und alle wissen, wovon gesprochen wird. Die Frage, ob man denn nun mehr Vertreter eines Genres braucht, das so ausführlich erforscht wurde, erscheint letztendlich irgendwie irrelevant, wenn man Filme, wie Darkland vorgesetzt bekommt.

Regisseur Fenar Ahmad inszeniert Darkland mit einem tollen Realismus, ohne die Grenzen seines eigenen Kontexts zu sprengen, das er mit seinem Kopenhagener Mikrokosmos etabliert. In vielen Belangen ähnelt Darkland Nicolas Winding Refns 2011er-Triumph Drive—obgleich nicht annähernd so stilisiert und "cool"—dessen Fokus auf ruhige Charaktermomente und plötzliche Gewaltspitzen Darkland teilt, die so hart sind, wie selten. Der treibende Synth-Score, die düster-bittere Atmosphäre und der charismatische Protagonist sind nur weitere Ähnlichkeiten zum Refn-Film, die zum Großteil nur oberflächlich und stilistisch bleiben.

In der Story fokussiert sich Regisseur Fenar Ahmad mit Co-Autor Adam August auf den Migrationshintergrund des Protagonisten Zaid (toll: Dar Salim). Hierbei findet Ahmad eine frische Perspektive zum Thema, indem er Zaid als einen Mann porträtiert, der sich nicht nur vollends in die dänische Gesellschaft integriert hat, sondern in ihr geradezu aufblüht. Er ist Chirurg, seine Kollegen respektieren ihn, er umgibt sich mit der dänischen Oberklasse, trinkt Wein und Champagner und lebt mit seiner schwangeren Frau, Stine (Stine Fischer Christensen), im obersten Stockwerk eines Designerhochhauses, samt grandioser Aussicht. Seine Herkunft versucht er verzweifelt hinter sich zu lassen, wird jedoch immer wieder zurückgerissen. Regisseur Ahmad scheint hierbei mit gewissen Bürgern mit Migrationshintergrund abzurechnen, indem er sie beschuldigt sich gegen die Integration zu wehren und ihre eigenen Kapselgesellschaften zu bilden. Zwar übt er hiermit durchaus gerechtfertigte Kritik (die ich als Deutscher mit Migrationshintergrund nach meinen Erfahrungen sogar teilen würde), aber es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte und Regisseur Ahmad versäumt es ein wenig beiden Seiten die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken.

Fazit

"Darkland" ist ein kühler, realistischer und knochenharter Rachethriller, der aber vor allem mit seinen hervorragenden Charaktermomenten und der Diskussion des Integrationsproblems glänzt, auch wenn diese Diskussion ein wenig zu parteiisch ausfällt. Ein US-Remake dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Autor: Kadir Güngör

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