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Chasing the Dragon basiert auf dem Aufstieg und Fall des Hongkonger Drogenkönigs Ng Shek-ho (Donnie Yen), der als "Crippled Ho" als chinesischer Immigrant nach Hongkong gekommen ist und sich dort innerhalb kürzester Zeit zum größten Gangster-Boss der Hongkonger Geschichte wurde. Ihm entgegen steht Polizist "Lee Rock" (Andy Lau), der durch Korruption und Macht zum Verbündeten und auch Gegenspieler von Ho wird.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Das Hongkong Kino ist wahrlich für seine spannenden wie actionreichen Crime-Thriller bekannt. Egal ob Genre-Meilensteine wie Infernal Affairs - Die achte Hölle, Election und Exiled oder eben ausufernde heroische Actioner wie The Killer oder Hard Boiled. Korruption, Drogen, die Mafia sowie schlichtweg Cop vs. Gangster Geschichten sind dabei ebenso präsent wie absolute Stars des chinesischen oder eben Hongkonger Kinos. Allerdings sind die Filme in den letzten Jahren rar geworden und verwandeln sich mehr und mehr – wie im Falle von Drug War (wobei es auch als subtile Kritik gewertet werden kann) – in politische Aushängeschilder des Festlandes. Zensur schwingt mehr und mehr mit bei den Produktionen, sodass sich auch Filmemacher der moralischen Grundstruktur der Partei-Zensoren anpassen. Im Falle von Chasing the Dragon (OT: Chui lung) der Regisseure Jason Kwan und Jing Wong hat es dann aber doch noch einmal geklappt: Hier gibt es ebenso heldenhafte wir grausame Charaktere zu sehen, die gar schon überzogen heroisch ihrer Freundschaft nachgehen und versuchen sich im Chaos der 60er Jahre ein Leben aufzubauen. Mit der wahren Geschichte von Lui Lok (Andy Lau) und Crippled Ho (Donnie Yen) gibt es zudem einiges zu erzählen. Dennoch reicht es am Ende nicht für den ganz großen Kinoknall.

Das wirtschaftliche marode Hongkong der 60er Jahre – und die damit einhergehende drastische Korruption in der Stadt – wurde indes bereits schon mehrmals eindringlich erzählt. Und dies sogar mit Andy Lau selbst, der bereits 1991 in Lee Rock Part One sowie Part Two in die Rolle des aufstrebenden, stets gut gekleideten und intelligenten Polizisten Lui Lok schlüpfte. Auch die Geschichte des einstigen Flüchtlings „Crippled Ho“ wurde beispielsweise mit dem Biopic Bo Hao im Jahre 1991 intensiv und atemberaubend erzählt. Für Genre-Kenner gibt es somit auf den ersten Blick nicht viel Neues zu entdecken. Allerdings erweist sich die aktualisierte wie moderne Version des Stoffes als recht abwechslungsreich: Action-Freunde kommen ebenso auf ihre Kosten (vor allem im Finale) wie Fans von guten Korruptionsgeschichten. Was fehlt ist jedoch an vielen Stellen etwas mehr Dramatik. Wenn beispielsweise Ho nach und nach sein Imperium aufbaut und dieses schließlich in den 70er Jahren blutig auseinanderfällt, bleibt der Zuschauer stets etwas außen vor. Dies ist besonders dann schade, wenn sich Chasing the Dragon endlich etwas Zeit für seine Figuren nimmt und versucht dessen Beweggründe zu beleuchten. Was hat beispielsweise Ho überhaupt auf den Weg der Kriminalität gebracht? Welche Rolle spielten bei der Korruption die britischen Polizisten oder Strukturen? Und wie ist es überhaupt möglich gewesen in Hongkong ein so großes Drogenkartell unter dem Schutz der örtlichen Behörden aufzubauen? Der Film versucht hierauf Antworten zu liefern, springt aber merklich eher von Punkt zu Punkt, ohne irgendwo genauer zu verharren oder neben den beiden Hauptprotagonisten ausgefeilte Profile zu liefern.

So dauert es auch eine ganze Weile, bis Chasing the Dragon seine eigene Dynamik findet. Wenn aber in fiebrigen Bildern der Aufstieg von Ho regelrecht zelebriert wird und sich auch Hongkong – welches gekonnt in die 60er Jahre transformiert wurde – in einen scheinbar lebenden Organismus verwandelt, zeigt Autor Jing Wong seine größten Stärken. Schließlich finden auch sogar politische Botschaften ihren Weg in den Film: Die Frage von Armutsflucht wird ebenso thematisiert (sogar sehr bewegend) wie die moralische Frage von Drogenverkauf und Sucht. Vielleicht liegt aber auch genau hier der Schlüssel darin, warum der Film auch in China einen Release bekommen hat: Nicht nur, dass die Geschichte weit vor 1997 spielt, auch die Briten besitzen hier eher das Bild eines korrupten wie alkoholisierten Geschwürs (vor allem dank dem eindringlichen Spiel von Bryan Larkin als Ernest Hunt), welches einzig durch die dann entstehende Independent Commission Against Corruption bekämpft werden kann. Das diese zwar erst später gegründet wurde, bzw. ein Resultat der Geschehnisse ist, ist dann wohl eher kreativer Freigeist. Was Chasing the Dragon aber bis zum Ende perfekt durchhält sind seine gut einstudierten Actionsequenzen. Egal ob Schießereien oder Verfolgungsjagden, schon lange gab es nicht mehr so intensive Szenen im Hongkong-Kino zu sehen wie hier. Besonders das kraftvolle Finale bleibt dabei noch lange im Gedächtnis. Und auch schauspielerisch sind Donnie Yen und Andy Lau auf einem absoluten Höhepunkt. Da wird geschrien, gekämpft, gelitten und verzweifelt – wirklich gelungen.

Fazit

"Chasing the Dragon" ist in seinem Kern kein Novum im Genre, brilliert aber besonders durch seine fiebrigen wie intensiven Bilder und seinem Ensemble, welches gerade durch Donnie Yen und Andy Lau zu Höchstleistungen aufläuft. Und dennoch: Die Geschichte wirkt an vielen Stellen oberflächlich und hastet regelrecht durch das Jahrzehnt, ohne richtig intensiver dramatischer Höhepunkte. Zumindest Action-Fans und Crime-Freunde kommen aber voll auf ihre Kosten: Der Aufstieg und Fall zweier moralisch nicht einwandfreier Hongkong-Legenden kann bis heute fesseln und wird hier abermals spannend erzählt. Mehr aber auch nicht.

Autor: Thomas Repenning

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