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"Arthur & Claire" erzählt davon, wie sich Tragik in Hoffnung verwandeln kann, wenn man das Glück hat, dem richtigen Menschen zu begegnen - auch wenn es schon fast zu spät ist. Unterfüttert mit schwarzem Humor und einer Portion Lakonie, handelt die Tragikomödie von der abenteuerlichen Begegnung zweier völlig verschiedener, lebensmüder Menschen, die sich selbst im Zuge einer einzigen Nacht in Amsterdam völlig neu kennenlernen. In klugen, witzigen Dialogen kreisen Arthur und Claire um die Dinge, die das Leben wirklich ausmachen und beschließen, sich diesem Leben zu stellen und es bis zum letzten Augenblick auszukosten.
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Kritik

Der Österreicher Josef Hader ist nicht nur Kabarettist, sondern auch Schauspieler, Autor und letztes Jahr gab er mit Wilde Maus auch sein Regie-Debüt. Er steht für eine finstere Komik, wie sie scheinbar nur aus Österreich stammen kann. Mit Wiener Schmäh und einer vortrefflichen Bosheit gegen das Leben seziert er seit vielen Jahren auf der Bühne der Kleinkunst den Alltag und hat sich somit neben diversen Preisen auch ein festes Stammpublikum erarbeitet. Vom Gestus des großen Schmähers löste er sich erstmals so richtig 2016 mit seiner Rolle im gefeierten Vor der Morgenröte. Mit der Tragikomödie Arthur & Claire erfüllt er nun aber wieder die Erwartungen.

Gleich zu Beginn des Films, wenn Hader als todkranker Arthur im Flugzeug einen jungen Passagier und Quälgeist zum Schweigen bringt, blüht sein komödiantisches Talent auf. Das tut es im Verlauf von Arthur & Claire immer wieder, der Film versteht sich aber nicht einzig und alleine als One-Man-Show. Bereits bevor mit Claire (überzeugend: Hannah Hoekstra, App) die zweite Hauptperson eingeführt wird, stellt der Film klar, dass Arthurs Lebenshass kein komödiantisches Gimmick ist, sondern angetrieben wird von einer unheilbaren Krankheit. Doch schon im ersten Akt, wenn Arthur mit einem befreundeten Arzt (Rainer Bock, Einsamkeit und Sex und Mitleid) über die geplante Sterbehilfe redet, wird klar, in welche Richtung sich Arthur & Claire entwickeln und bewegen wird.

Spätestens dann, wenn Arthur im Hotel von der Zimmernachbarin Claire via Deathmetal (welch Ironie) vom Schreiben seines Abschiedsbriefs gestört wird, was wiederum dazu führt, dass er ihren Suizidversuch verhindert (noch mehr Ironie), wird deutlich, dass sich diese beiden Menschen ohne ihr Wissen gesucht und gefunden haben. Was folgt sind klassische Kennenlern-Situationen. Sie finden in ihren Gegensätzen doch immer eine Gemeinsamkeit und verbringen einen ereignisreichen Abend gemeinsam, bei dem eine Frage klar im Zentrum steht: Warum willst du sterben?

Das ist von Regisseur (Der Mann mit dem Fagott) ohne große Inspiration inszeniert und vertraut vollends auf die beiden Hauptdarsteller sowie das Setting des nächtlichen Amsterdams. Interessant: Je mehr der Abend und die Nacht voran schreiten, desto mehr entfernt sich der Film von den typischen Postkartenmotiven der Grachtenstadt. Irgendwann hocken Claire und Arthur in einer alten, wenig touristenfreundlichen Bar, trinken teuren Whisky und sind wieder dabei sich gegenseitig auszureden, sich selbst das Leben zu nehmen. Das besitzt durchaus Stil und ist amüsant.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass Josef Hader am Drehbuch mitarbeitete, was wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel beruht. Wahrscheinlich ist Arthur & Claire dort auch besser aufgehoben, denn für die große Leinwand bietet der Stoff dann doch recht wenig. Dazu traut man sich einiges nicht zu. Die Hässlichkeit und Unabdingbarkeit von Arthurs Krebserkrankung wird nur selten wirklich klar zum Ausdruck gebracht, Claires Todeswunsch erhält eine sehr theatralische Begründung und das Ende ist nicht vollkommen frei von Konsequenzen, erscheint aber dennoch eher wie ein lapidares Wegwischen der unveränderbaren Wahrheit. Dazu wiederholt sich der Film häufig und sieht nicht nach Kino aus, sondern mehr nach Fernsehfilm.

Fazit

Mal wieder eine Tragikomödie über das Sterben, die seinem Publikum nicht wirklich viel zumutet. Dank der beiden grandiosen Hauptdarsteller und Haders teils pechschwarzen Humor ("Dank dir kann i super sterben") überzeugt „Arthur & Claire“ aber teilweise. Dennoch ist es ein Film, der im Fernsehen wohl weitaus besser aufgehoben wäre.

Autor: Sebastian Groß

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