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Jerry (Jason Biggs) ist verunsichert. Er weis nicht woran er bei seiner Freundin Amanda (Christina Ricci) ist, die nicht nur leicht exzentrisch ist, sondern ihn auch noch betrügt.In seiner Verunsicherung wendet er sich an seinen Mentor und Freund David (Woody Allen), der ihm nicht nur in Liebesdingen hilfreich zur Seite steht, sondern auch ansonsten immer ein offenes Ohr für die Probleme und Nöte von Jerry hat. Und die hat der junge New Yorker gleich Reihenweise.....
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Kritik

Altmeister Woody Allen bringt seit Jahrzehnten zuverlässig jedes Jahr einen Kinofilm heraus. Als filmischer Hofnarr der Akademiker begibt er sich mit Vorliebe in das New Yorker Intellektuellenmilieu, wo er höchst neurotische Figuren in ihren angespannten Beziehungen einander Wortgefechte liefern lässt. Mit seinem 34. Kinofilm, der Komödie Anything Else, tauchte Allen erneut mit voller Begeisterung in sein unvergleichliches Neurotiker-Universum ein. Da seine vorherigen Filme vor allem in den USA wenig Erfolg an den Kinokassen hatten, entschied sich die Produktionsfirma DreamWorks diesmal dafür, im Zuge einer teuren Marketingkampagne den Namen Woody Allens in den Hintergrund zu rücken und dem jungen Hauptdarstellerpaar die Bühne zu überlassen. Mit Jason Biggs, dem Star aus der American Pie - Reihe, und Christina Ricci (In stürmischen Zeiten) wollte man vor allem das junge Publikum ködern, was letztendlich zumindest in den USA misslang. Auf das europäische Publikum konnte Allen sich da schon eher verlassen.

Anything Else kommt erst einmal wie eine moderne Fassung von Woody Allens populärstem Film Der Stadtneurotiker daher. Jerry Falk (Biggs) ist ein junger Autor, der sich mit Hilfe seines wenig begabten, aber umso geschwätzigeren Managers (Danny DeVito) mehr schlecht als recht von Auftrag zu Auftrag hangelt und eigentlich in Ruhe einen Roman fertigstellen will. Er befindet sich in einer Beziehung mit der quirligen Amanda Chase, die nicht ohne Konflikte verläuft, seit Amanda ihre neurotisch-exzentrische Seite offenbart. Genau wie im Stadtneurotiker wendet sich die Hauptfigur des Öfteren mit einem Blick in die Kamera direkt an den Zuschauer, um von seinem Innenleben zu berichten. Als zusätzliche Komponente erscheint Woody Allen persönlich als der erfahrene Mentor und Ratgeber David Dobel, der dem verzweifelten Jerry die Ratschläge und Lebensweisheiten auf die Nase bindet, die ihm sein Psychoanalytiker stumpf verweigert. Damit übertrug Allen dem American Pie - Star seine autobiografischen Erfahrungen, die er zu Beginn seiner Karriere als junger Mann in New York machte, womit Jason Biggs vor allem zu Anfang überfordert wirkt. Er tut sich schwer damit, sich an die Konventionen der Woody-Welt in Sachen Gestik und Interaktion anzupassen. Schon in der ersten Szene gilt die Aufmerksamkeit des Zuschauers allein Woody Allen in der Rolle des wortgewandten, witzigen Lebenskünstlers Dobel, indes Biggs als Jerry transparent zu entschwinden droht.

Während Jason Biggs in den ersten Minuten nicht gegen die Präsenz eines Woody Allens ankommt, wird ihm die Show in den restlichen Szenen durch eine lasziv aufspielende Christina Ricci, den wild gestikulierenden Danny DeVito und die erfahrene Stockard Channing (als Amandas Mutter) gestohlen. Für eine Überraschung dürfte der kurze Auftritt des heute großen amerikanischen Showmasters Jimmy Fallon sorgen, der einen armen Tropf namens Bob verkörpert, dem Jerry seine Freundin ausspannt.

Trotz der schauspielerischen Schwächen des Hauptdarstellers und den überdeutlichen Ähnlichkeiten mit früheren Werken des Regisseurs, bietet Allens Drehbuch die gewohnt unterhaltsamen Finessen in Sachen Wortwitz und intelligenter Komik. Die Dialoge über Gott, das Leben, die Liebe und das Judentum sind verspielt-kreativ gespickt mit Fremdwörtern und One-Linern, die zum Nachdenken einladen. Am Ende fügt sich alles in einer So-spielt-das-Leben-Manier zu einem runden Abriss zwischenmenschlicher Berührungen und die von Dobel prophezeiten lebensklugen Worte eines Taxifahrers entlassen den Zuschauer mit einem zufriedenen Lächeln.

Fazit

Woody Allen gibt in seinem 34. Kinofilm vor, einen seiner alten Klassiker neu aufleben zu lassen und überrascht dann doch mit dem einen oder anderen unerwarteten Kniff. Abgesehen von bekannten erzählerischen Strukturen und einem verhalten aufspielenden Jason Biggs, gelingt Allen mit „Anything Else“ eine ordentliche Großstadt-Komödie mit Charme und intelligentem Humor. Im Vergleich bildet der Film zwar keinen Höhepunkt in seiner umfangreichen Filmografie, ein Blick auf diesen bezaubernden, flotten Streifen lohnt sich jedoch allemal.

Autor: Jonas Göken

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