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Selbst die Armee ist nicht mehr vor Banditen sicher. Als Billy Gunn (Giovanni Gianfriglia) mit seinen Outlaws eine prall gefüllte Kriegskasse stiehlt, wird Captain Clive Norton (Graig Hill) vom Militär damit beauftragt, das Geld zurückzubringen und die Verbrecher dingfest zu machen. Begleitet wird er dabei von einem alten Gefährten Gunns, der noch eine Rechnung mit seinem ehemaligen Anführer zu begleichen hat.

Kritik

„Dein Gehirn können gleich die Fliegen von der Wand fressen!“

Während der amerikanische Western gerne mal als Heimatfilm verstanden wurde, in denen ein nationales Verständnis von lauterer Moral bekräftigt wurde (meistens durch die archetypische Figur des Sheriffs – John Wayne lässt schön grüßen), durfte man den Italo-Western als bösen Bruder dieses oftmals blütenreinen Genre-Tradition interpretieren. Sergio Leone (Spiel mir das Lied vom Tod) und noch mehr ein Sergio Corbucci (Leichen pflastern seinen Weg) prägten den Eurowestern maßgeblich, nicht minder interessant allerdings sind die Auswüchse, die im Schatten der beiden Regie-Ikone sprießten. Hier reden wir von Splatter-Papst Lucio Fulci (Silbersattel), Enzo G. Castellari (Keoma - Das Lied des Todes) oder auch Gianfranco Parolini (Sartana – Bete um deinen Tod). Ebenfalls nicht zu verachten: Paolo Moffa (Aufstand im Inselparadies). Nicht als Regisseur, aber als Produzent einiger Django- und Sartana-Etikettenschwindel. 

Mit Den Geiern zum Fraß allerdings kann man auch in den Genuss von einer wenigen inszenatorischen Arbeiten kommen, für die sich der 2004 in Nizza verstorbene Paolo Moffa verantwortlich zeigte. Unter dem Pseudonym John Byrd agierend, durfte der 1968 entstandene Spaghettiwestern immehin im kundigen Genre-Zirkel den Ruf erlangen, zu den gröberen, den kompromissloseren Werken des Sujets zu zählen. Und tatsächlich: Zimperlich geht es in Den Geiern zum Fraß wahrlich nicht vonstatten. Dazu gleich mehr, vorerst muss das Hauptgespann um Craig Hill (Einen Whisky als Kopfgeld) und Ettore Manni (Tote werfen keine Schatten) erwähnt werden, die hier auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen, sich jedoch zusammenraufen müssen, um gemeinsam einem größeren Übel das Handwerk zu legen. Das kernige Charisma der beiden Genre-erfahrenen Minen trägt den Film. Die schroffe Pre-titel sequence jedenfalls darf sich bereits als Fingerzeig dahingehend verstehen, in welche Richtung sich Den Geiern zum Fraß entwickeln wird.

Da raubt eine Horde raffgieriger Banditen im Zuge eines regelrechten Angriffssturms eine Kutsche der Armee aus. Kugeln peitschen durch die Luft, Pferdehufen lärmen aus den Boxen, Geschrei und Terror. Den Geiern zum Fraß ist einer der Einträge in den Italo-Western, der sich mehr gewalt- denn gehaltvoll gestaltet. Die zwei verschwitzten Mannsbilder in den Hauptrollen reiten durch die (zuweilen durchaus erlesen fotografierten) Weiten der Bergwelt von San Sebastian und schießen, peitschen, sprengen was das Zeug hält. Wer sich mit dem Genre ein Stück weit auseinandergesetzt hat, wird schnell merken, dass Paolo Moffas Werk Konfektionsware ist, die testosterongeschwängerten Krach generieren soll. Fast versöhnlich allerdings enthüllt sich der Endgedanke: Da werden aus Feinden Freunde und Oppositionen aufgelöst. Menschen können sich ändern. Männer vor allem dann, wenn sie ordentlich töten dürfen.

Fazit

Ein netter Italo-Western aus den späten 1960er Jahren, der zwar kein Pflichtprogramm darstellt, für die Verfechter des Genres aber den ein oder anderen Blick durchaus wert ist. Vor allem die beiden Hauptdarsteller, Craig Hill und Ettore Manni, drücken diesem durchaus rustikalen Eintrag in den Eurowestern ihren charismatischen Stempel auf. Der Rest von "Den Geiern zum Fraß" geht im bleihaltigen Lärm auf.

Autor: Pascal Reis

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