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26 kurze Geschichten über den Tod, eine zu jedem Buchstaben des Alphabets, jede inszeniert von einem anderen Regisseur, dem inhaltlich völlig freie Hand gelassen wird. Bis auf die begrenzte Laufzeit und das Ende vom Lied…da muss einer sterben.

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Kritik

Das Konzept hinter „The ABCs of Death 2“ – und logischerweise auch dem des Vorgängers – ist klasse. Zu jedem Buchstaben des Alphabets dreht ein Regisseur (oder Duo) einen kurzen Beitrag, an dessen Ende immer der Tod steht. Darunter bekannte Genreleute und aufstrebende Neulinge. Bei 26 Storys und etwas zwei Stunden Laufzeit gilt es sich kurz und knackig zu fassen, was mal mehr, mal weniger effektiv gelingt. Oft dafür extrem explizit. Der erste Teil wurde damals schnell indiziert, schlussendlich um vier komplette Episoden gekürzt und dann unter dem (hoffentlich) beschämenden Titel „22 Ways to Die“ (da das Alphabet-Prinzip dadurch natürlich zerstört wurde) mit der FSK: 18-Plakette doch noch für den freien Verkauf in Deutschland freigegeben. In der Form braucht das selbstverständlich kein Mensch, da selbst die Uncut-Fassung nicht das Gelbe vom Ei war. Stückwerk, wie immer bei diesen Anthologie-Filmen, mit Licht und Schatten, wobei der Schatten damals überwiegte. Nun also das Sequel, einen neue Chance. Die Struktur ist theoretisch grandios: Gib Genre-affinen Regisseuren nur eine grobe Vorlage und lass sie in wenigen Minuten eine zündende Idee als Baustein eines Mosaiks kreieren. Wie zu erwarten, bei 26 Versuchen kommt leider einiges an Mist dabei herum, dafür auch kleine Perlen. Das Aussieben und Gegenüberstellen von Qualität und Quantität ist eine Herausforderung und die Bewertung des Ganzen nicht einfach.

An der Stelle auf alle Ideen einzugehen ist nicht das Anliegen, das würde den Rahmen sprengen und wäre im Einzelfall nicht mal die Mühe wert. Die Mischung aus Prominenz (bezogen auf Genrekreise) und No-Names ist mal wieder vielversprechend, es gibt Nulpen, Überraschungen, positive wie negative Ausreißer und insgesamt kann das Gesamtpaket nicht die separate Qualität unterfüttern. Man muss sich bei dieser Art von Filmen halt grundsätzlich die Frage stellen, ob die Highlights das „Überstehen“ (partiell ist es nichts anderes) des großen Ganzen rechtfertigt, bei rund zwei Stunden eine berechtigte Überlegung. Erstaunlich und erfreulich: „The ABCs of Death 2“ bietet insgesamt mehr positive Ausreißer als der Erstling, das grob solide bis wirklich gute Drittel der Gore- und Ideen-Quickies ist eindeutig einen Blick wert, dazwischen kann man prima austreten oder Staubsaugen. Wie gesagt, unmöglich alles im Detail zu sezieren, aber die Lichtblicke bekommen ihre Bühne.

Der Auftakt mit A wie AMATEUR ist keine Granate, aber als Starter ganz nett. E.L. Katz („Cheap Thrills“) liefert einen interessanten Beginn mit netter Pointe, der die Hoffnungen in ihn weiter bestärkt. B wie BADGER von Julian Barratt ist eindeutig die Arbeit eines ambitionierten Semi-Pros, dafür nett. Definitiv erwähnenswert ist EQUILIBRIUM von Alejandro Brugués („Juan of the Dead“), der das Prinzip dieses Films sichtlich verstanden hat. Man muss nicht zwingend auf die Gore-Pauke hauen und einen extremen Kill servieren, das Ganze kann prima als eine Art Witz funktionieren. Das animierte Goldstück ist DELOUSED vom nahezu unbeschriebenen Blatt Robert Morgan, David Lynch („Eraserhead“) müsste sich hier wiedererkennen. Ein wortloses Highlight ist KNELL, von der aus Litauen stammenden Regisseurin Kristina Buozyte, eine bedrohliche, kurze und stimmige Idee, super. Den Höhepunkt bis dato stellt dann Buchstabe M mit MASTICATE von Kurzfilm-Regisseur Robert Boocheck dar, der auf den Punkt das bietet, was dieser Film an Möglichkeiten stellt. Rasant, witzig, deftig und mit einem Gag am Ende, so muss das. 

Einen deutschsprachigen Beitrag gibt es tatsächlich auch, wenn auch „nur“ von einem Ösi: ROULETTE von Marvin Kren („Blutgletscher“) liefert gleichzeitig eines der besten Element ab, zudem mit André Hennicke („Antikörper“) sogar kräftig besetzt. Ganz simpel in der Handlung, aber vielleicht so clever konzipiert wie keine andere Geschichte. Für diese Struktur perfekt. SPLIT von Juan Martínez Moreno ist ein deftiger Home-Invasion-Klopper, sehr drastisch, aber wirklich gut umgesetzt. UTOPIA von Vincenzo Natali („Cube“) ist genauso kurz wie auf den Punkt und toll gemacht, gerade hinten raus gewinnt „The ABCs of Death 2“ enorm an Qualität. VACATION von Jerome Sable („Stage Fright“) ist nicht unbedingt so smart wie die erwähnten Highlights, aber souverän gemacht, toll gespielt. WISH von Makeup-Artist Steven Kostanski („Wrong Turn 4: Bloody Beginnings“) ist eine der Überraschungen. Krasser Unfug, liebevoll, detailliert, spitze. Heftig übers Ziel schießen die erprobten Fachleute Julien Maury & Alexandre Bustillo („Livid – Das Blut der Ballerinas“) hinaus, deren Input XYLOPHONE radikal, böse, dabei aber schon geschmacklos in die Eier tritt, natürlich mit Béatrice Dalle ("Inside"). Too much, eindeutig. Den sauberen Abschluss bietet ZYGOTE von Chris Nash, mit MASTICATE und ROULETTE die beste Story des Films, wahnsinnig gut in seinen Effekten.

Etwas enttäuschend ist die Arbeit der Soska-Schwestern („American Mary“), stellvertretend für eigentlich jede der nicht näher erwähnten Nummern. Die haben alle ihre Berechtigung, aber einiges funktioniert kaum bis gar nicht. Dafür wird teilweise hemmungslos rumgesaut, uncut dürfte es „The ABCs of Death 2“ niemals auf den regulären Markt schaffen. Selbst eine Kürzung auf 22 Episoden wie beim Erstling könnte eng werden, es geht wuchtig zur Sache, fast durchgehend. Besser so, damit wird einer indiskutablen Cut-Fassung praktisch das Wasser abgegraben. So, und nun muss man ein Resümee ziehen bei so einer gemischten Sammlung. Die Mehrzahl der Storys ist ausbaufähig bis nicht mehr zu retten, aber die kleine Summe der Treffer ist bemerkenswert. Sogar so gut, dass man Nägel mit Köpfen machen muss und das punktuelle Vergnügen dem Gesamtwerk vorziehen muss. „The ABCs of Death 2“ ist wie sein Vorgänger eine tolle Idee, lange nicht optimal genutzt, hat aber so schöne Komponenten, als Genrefan sollte man zumindest denen eine Chance geben. Dumm nur, dass die Anschaffung aufgrund der sicheren Indizierung teuer werden wird und da stellt sich wieder die Grundsatzfrage: Ist es das wert? Nicht immer, aber manchmal.

Fazit

Das grandiose Konzept bleibt eine Baustelle, dennoch ist das Sequel deutlich besser als das Original. Die Abstriche sind unverkennbar und zahlreich, dafür ist das gelegentlich Gebotene schon nah bis auf dem Niveau, was sich Genrefreunde wünschen dürften. Die Gesamtbewertung ist fair und objektiv nicht möglich, zwischen 4 und 6 ist alles verständlich. Eine zähneknirschende 5,5, weil manchmal deutlich zu wenig, manchmal schmeichelhaft viel.

Autor: Jacko Kunze

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