{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Eine geheimnisvolle Überfallserie auf Geldtransporter hält ganz Paris in Atem. Perfekt geplant und detailgenau umgesetzt: Offensichtlich sind Super-Profis am Werk. Bei den Ermittlungen stehen sich die Abteilungsleiter Leo Vrinks, Chef der Fahndung und Denis Klein, Chef des Dezernats für organisierte Kriminalität, gegenüber. Ein gnadenloser Machtkampf entbrennt. Derjenige, der die Überfallserie als erster aufklärt, wird zum neuen Polizeichef befördert. Zusätzlich angestachelt sind die beiden Ermittler durch ihren gegenseitigen Hass - Vrinks hat seinem Rivalen Klein einst die Frau ausgespannt. Als Korruption, Unterschlagung und Intrigen die Ermittlungen erschweren und Polizeichef Mancini plötzlich Vrinks als Nachfolger favorisiert, stößt Klein auf brandheiße Informationen...

  • Uty1akxdqm0vg0dqjnkmy7btau2
  • O9vqgjm2lg1pbonwhind1aeduq7
  • Triibcqdchumgdjy7arnoe9o5w
  • 3cgymgiwflyo8kjgk9ivtoxxj3c
  • Nv7kmkorwnpjcqoleioxgfnhxnf
  • 88loicg4btzfi609invqodpp87z
  • 5zgs4pldtqdylzhmlgu7jxjgvud
  • Eymrnhylg4csblkoj6ha9v7p8l
  • 86phu1c3rhmrnjt8skdhejvupmu
  • Ehrpevjeavmk2gvcnpareoki3rc
  • Txmn6vzhvlqnpc0letmtvcfephm

Kritik

Die Genealogie des französischen Polizeifilms reicht bis weit zurück in die erste Dekade des 20. Jahrhundert, als sich unter der Regie eines gewissen Louis Feuillade der arbeitswütige Inspektor Juve an die Versen des skrupellose Juwelendiebes Fantômas heftete. Allerspätestens mit den markigen Auftritten von Jean-Paul Belmondo (Angst über der Stadt), Lino Ventura (Adieu, Bulle) und Alain Delon (Der Chef) wurde dieser filmische Sektor endgültig ikonisiert und verschaffte sich innerhalb der internationalen Filmlandschaft eine eigene Identität, dessen Wesenseinheit der italienische Poliziottesco (mit Aushängeschildern wie Das Syndikat und Toten Zeuge singen nicht) am ehesten nachvollziehen konnte. Alles, was sich heute in diesem immer noch beliebten Genre tummelt, muss sich an den großen Schatten der Klassiker messen lassen; an den Henri Verneuils, den Jean-Pierre Melvilles, den Pierre-Granier-Deferres.

36 – Tödliche Rivalen von Olivier Marchal (MR 73 – Bis dass der Tod dich erlöst) gilt gemeinhin als einer der besten Streifen, die der französische Polizeifilm im neuen Millennium zustande gebracht hat. Und man möchte in erster Linie nicht wirklich widersprechen, ist sich der von schwerer Tragik gezeichnete Thriller doch den wesentlichen Grundzügen des Genres vollends bewusst und erfüllt diese mit Stilsicherheit und düsterer Vehemenz. Wenn sich Léo Vrinks (Daniel Auteuil, Caché) und Denis Klein (Gérard Depardieu, Die letzte Metro), Anführer von zwei Pariser Polizeieinheiten, in die Augen sehen, dann wird die emotionale Fallhöhe der Szenerie auf den Punkt gebracht. Zwei ehemals Vertraute, toll gespielt von den Schwergewichten des französischen Kinos, die sich im Laufe ihre Arbeit vollends entfremdet hat. Nicht nur voneinander, sondern auch von sich selbst.

Da der Posten des Polizeichefs neu besetzt werden muss, entbrennt zwischen Vrinks und Klein eine unerbittliche Rivalität, die, daran lässt 36 – Tödliche Rivalen keinen Zweifel, unweigerlich in einer Katastrophe enden muss. Und hier lässt sich das Problem des Filmes gut erkennen, verliert Regisseur Olivier Marchal doch im Verlauf seiner Erzählung ein Stück weit den Bezug zur Verhältnismäßigkeit. Léo Vrinks, unser Protagonist, wird in ein Tal des Schmerzes entlassen, in dem sich das Leid seiner Person graduell steigert. Das verleiht dem Narrativ von 36 – Tödliche Rivalen eine biblische Dimension, wie sich den Koryphäen des Genres auch anheimfiel, jedoch wirkt die brutale Unnachgiebigkeit im Umgang mit der Figur des Léo Vrinks ab einem bestimmten Punkt überzogen, fast schon salbungsvoll und maßlos in ihrer Bitterkeit.

Dass sich 36 – Tödliche Rivalen aber niemals in karikaturartigen Bahnen verliert, liegt an der gleichermaßen feurigen wie eisigen Dynamik innerhalb der psychologischen Kriegsführung zwischen Daniel Auteuil und Gérard Depardieu. Sie geben den schwarzen Seelen hinter den sauberen Uniformen Gravitation und Kontur und offenbaren in ihren verlebten Gesichtern, wie unmöglich es sein muss, als Repräsentant von Recht und Ordnung noch rechtmäßig handeln zu können. Die polizeiliche Ehre jedenfalls wurde von einer Wut gegen sich und einer Wut gegen die Welt vollends ausgehöhlt und entkernt. Am stärksten ist 36 – Tödliche Rivalen deshalb auch in den Momenten, wenn sich Léo Vrinks und Denis Klein, zwei versoffene Hitzköpfe und ebenso leidgeprüfte Verlierer eines hierarchischen Systems, darum bemühen, die Grenzen ihrer Menschlichkeit austesten, nur um sicherzugehen, dass man sie nicht vollends verloren hat.

Fazit

Stimmungsvoll inszenierter und toll gespielter Polizeifilm, der seine beiden leidgeprüften Hauptakteure die Grenzen ihrer Menschlichkeit austesten lässt und in seinen besten Momenten dabei als düstere Charakter-Studie gefällt. Würde sich "36 – Tödliche Rivalen" nicht etwas zu salbungsvoll auf das Leid seiner Protagonisten stürzen, wäre der Film von Olivier Marchal ein ganz heißes Eisen aus Frankreich.

Autor: Pascal Reis

Wird geladen...

×